alle News
Größen des Seesegelns im HSC
Der Anlass war so hochkarätig wie die Gästeliste: Zur Erinnerung an den 30. Jahrestag des ersten deutschen Admiral´s Cup Triumphs hatte der HSC ins Clubhaus an der Alster geladen. Und fast alle Sieger seit 1973 kamen.
So ein Gipfeltreffen gibt es nicht alle Tage. Allein sechs der siegreichen deutschen Admiral´s Cup Skipper waren der Einladung von Wolfgang Schaake gefolgt, darunter zwei Männer der ersten Stunnde: Albert Büll ("Saudade") und Dieter Monheim ("Carina III"), die 1973 für den ersten von drei Triumphen im Solent gesorgt hatten.
Im Foyer des Clubs an der Außenalster kündeten Fotos von der erfolgreichsten Ära des deutschen Hochseesegelns. Zwei Jahrzehnten, die für einen unvergleichlichen Boom gesorgt hatten.
Bis hinein ins tiefste Binnenland machten die Crews von Schiffen wie Hans Otto Schümanns "Rubin", Tilmar Hansens "Outsider", Udo Schütz´ "Container" und Peter Westphals "Diva" Schlagzeilen. Die Seegefechte vor Cowes und das Fastnet Race, meist bei "echtem Hammerwind ausgetragen", wie sich der Hamburger Profi-Fotograf Peter Neumann erinnerte, schafften es mehrfach auf die Titelseiten der Tageszeitungen. Segeln als nationale Angelegenheit, ja als eine Frage der Ehre.
Tausende deutsche Segler sind erst im Gefolge der AC-Erfolge aufs Wasser gegangen. Heute muss man schon dankbar sein, wenn singuläre Ereignisse wie Mike Illbrucks Sieg im Volvo Ocean Race 2001/02 und Jochen Schümanns America´s Cup Triumph mit Alinghi den Sport ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit rücken - nur um kurz danach wieder von Fußball, Leichtathletik oder Skispingen in den Hintergrund gedrängt zu werden
"Es ist ruhig geworden um den Admirals Cup", sagte Gastgeber Wolfgang Schaake in seiner kurzen Bilanz. "Auch die Seesegler-Szene in Deutschland hat sich geändert. Langsteckenregatten entsprechen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, anscheinend nicht mehr dem Zeitgeist."
Und das war noch freundlich formuliert. Tatsächlich fehlt es heute an nahezu allem: An begeisterungsfähigen Eignern, motivierten wie qualifizierten Amateur-Crews und am meisten an dem, was man Szene nennt - jenem Mikrokosmos, in dem der Ehrgeiz jedes einzelnen den der anderen beflügelt.
Treffen wie jenes von Freitag allein werden nicht helfen, die derzeitige Flaute zu überwinden. Dazu braucht es mehr. Aber sie rufen einem zumindest wieder schmerzhaft in Erinnerung, wie es mal war und wie es eigentlich nie anders hätte kommen dürfen mit dem Hochseesport im Hochtechnologieland Deutschland.










