Bootsbau

Gedämpfte Stimmung in der Branche

23.08.2012 Pascal Schürmann, Fotos: YACHT-Archiv - Fehlende Aufträge und steigende Rohstoffpreise setzen vielen Firmen zu. Besserung ist laut neuem DBSV-Konjunkturbarometer nicht in Sicht

Fotograf: © YACHT-Archiv

Dunkle Wolken am Branchen-Himmel

Das Marktumfeld sei unverändert schwierig, die Umsätze bewegten sich auf einem weiterhin niedrigen Niveau. Und selbst viele Betriebe, die in den Vorjahren stets noch an eine baldige Besserung der Lage gelaubt hätten, äußersten sich nun hinsichtlich ihrer künftigen Geschäftserwartungen deutlich zurückhaltender.

Dieses eher düstere Stimmungsbild der aktuellen Lage im deutschen Bootsbau zeichnete gestern Claus-Ehlert Meyer, Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbands (DBSV). Der Verband befragt jedes Jahr seine über 400 Mitgliedsbetriebe, um einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Branche zu gewinnen. Die Ergebnisse sind Grundlage für das "Konjunkturbarometer", das der DBSV traditionell im Vorfeld der Herbstmessen veröffentlicht.

Insbesondere der wegbrechende Markt in den Mittelmeerländern mache sich für die Werften schmerzlich bemerkbar. Der Export, der im Gegensatz zum heimischen Markt den Betrieben in den Vorjahren noch passable Umsätze beschert habe, sei stark rückläufig. Darunter litten nicht allein die Werften, sondern inzwischen auch die Zubehörhersteller und Ausrüster. Meyer: "Wenn weniger Yachten gebaut werden, müssen auch weniger Yachten ausgerüstet werden."

Bislang sei es den Zubehörlieferanten und Ausrüstern noch verlgeichsweise gut gegangen. "Nun jedoch", so Meyer, "hat eine Angleichung stattgefunden." Will heißen, nicht nur einzelne Segmente, sondern die Branche insgesamt bekommt die europäische Wirtschaftskrise inzwischen zu spüren. Steigende Rohstoffpreise verschärften das Problem noch.

Die Folgen: In der Branche macht sich allerorten Stagnation breit. Von den Rekordumsätzen, wie sie noch im Jahre 2008 zu verzeichnen waren, ist man weit entfernt. Es fehle den Unternehmen schlicht an Aufträgen. Ferner hätten über 47 Prozent der befragten Firmenchefs verkündet, die Preise erhöhen zu wollen. Im Branchensegment der Zubehörlieferanten haben sogar über 51 Prozent die Absicht, an der Preisschraube zu drehen. Das wird insbesondere Bootseigner, aber auch Neubootkäufer wenig freuen.

Die gesamten Ergebnisse der Branchenbefragung finden Sie zum Herunterladen als PDF-Datei im Konjunkturbarometer 2012.

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