Ostsee

Energie für Dänen – Umweg für Segler?

24.01.2012 Felix Keßler, Fotos: Dong Energy - Seit Jahresbeginn wird zwischen Anholt und dem Festland an Dänemarks größtem Windpark gebaut. Daraus ergeben sich Behinderungen für Segler.

Windpark
Fotograf: © Dong Energy

Die Lage des im Bau befindlichen Windparks zwischen Grenå und Anholt

Am letzten Tag des Jahres 2011 wurde der Grundstein für Dänemarks größten Offshore-Windpark gelegt – wobei „Grundstein“ wohl der falsche Begriff ist: Es wurde der erste von 111 riesigen Pfeilern (Monopiles) in den Meeresboden gerammt. Jeder dieser Kolosse, die später als Sockel für die eigentlichen Windkraftanlagen dienen sollen, wiegt fast 450 Tonnen.

Die „Anholt Offshore Wind Farm“, wie sie offiziell heißt, wird 400 Megawatt Strom erzeugen und somit 4 Prozent des dänischen Stromverbrauches abdecken. Anholt wird direkt mit der Anlage verbunden werden, sodass man auf das Betreiben der Diesel-Generatoren zur Stromversorgung verzichten kann.

Die künftige Betreiberfirma Dong Energy hatte die Lizenz zum Bau im Jahr 2010 vom dänischen Energieministerium erworben. Der Konzern ist auch am Projekt „Borkum Riffgrund 1“ vor der deutsch-niederländischen Nordseeküste beteiligt.

Bis zum Ende des Jahres 2013 soll die Offshore-Anlage fertig gestellt sein. Kosten in Höhe von 10 Milliarden Dänischen Kronen (ca. 1,35 Milliarden Euro) wurden für das Projekt veranschlagt. Dong Energy geht jedoch bereits von zusätzlichen Kosten aus, denn die Bodenverhältnisse sind an manchen Stellen ungünstig. Das ergaben umfangreiche Untersuchungen des Meeresbodens im Vorwege des Baubeginns. Dabei wurden mehrere Bomben und Minen gefunden, die gesprengt werden mussten. 

Windpark
Fotograf: © Dong Energy

Einer von insgesamt 111 "Monopiles" – die Fundamente der Winkraftanlagen

Segler müssen demnächst wohl einen Umweg machen, wenn sie der beliebten Ferieninsel Anholt einen Besuch abstatten wollen – das Gebiet um die Baustelle herum wird gesperrt. 

Die Monopiles wurden in Aalborg gebaut. Da der Transport per Schwimmkran auf der langen Strecke zu langsam gewesen wäre, wurden die Sockel kurzerhand von einem Schlepper nach Grenå bugsiert. Erst von dort ging es auf dem Schwimmkran „Svanen“ weiter. 

Weitere Windparks sollen auch vor der deutschen Ostseeküste entstehen. Nachdem „Baltic I“ im Mai 2011 ans Netz ging, soll „Baltic II“ in diesem Sommer ca. 17 Seemeilen nördlich von Rügen errichtet werden. Ebenso wie die geplanten Offshore-Anlagen „Arkona-Becken-Südost“ und „Wikinger“, die sich etwa 19 Seemeilen nordöstlich von Rügen befinden werden, wird „Baltic II“ 80 Windgeneratoren umfassen und somit die Versorgung von ca. 340.000 Haushalten ermöglichen.

  • Twitter
  • Facebook
  • myspace
  • del.icio.us

Neueste Artikel dieser Rubrik

Seenotretter: <p>
	Bundespr&auml;sident Jochim Gauck auf dem Bremer Marktplatz</p> 30.05.2015 — Seenotrettung: „Deutschland sagt danke!“

Festakt zum 150-jährigen Bestehen: Bundespräsident Joachim Gauck würdigt die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mehr

Purple Beach: Eine Flotte von Hilfsschiffen k&uuml;mmert sich um den Havaristen 28.05.2015 — Havarie: Schlechtwetter behindert Löscharbeiten

Es ist gelungen, Spezialkräfte auf den brennenden Frachter „Purple Beach“ zu bekommen. Aber die mussten schon wieder vorn Bord mehr

Nothafen Darsser Ort Juli 2014 NTh_01965: Seenotkreuzer in der Zufahrt zum Nothafen Dar&szlig;er Ort 28.05.2015 — Darßer Ort: Es darf wieder gebaggert werden

Das Nationalparkamt hat die erforderliche Ausbaggerung der Zufahrt des Nothafens genehmigt. Das "Ob" und das "Wann" sind trotzdem ungewiss mehr

Purple Beach: d 27.05.2015 — Havarie: Es wird langsam etwas weniger kritisch

Spezialschiffe kühlen den Havaristen in der Nordsee mit Wasserkanonen herunter. Aber die Explosionsgefahr ist noch nicht gebannt mehr

Tall Ships Races Harlingen 2014 PR_7T5A8817: <p>
	Tall Ships Race Harlingen. Veranstaltungen wie diese werden in Deutschland k&uuml;nftig von der neugegr&uuml;ndeten German Sail Training Union mitorganisiert.</p> 27.05.2015 — Segelausbildung: German Sail Training Union gegründet

Die Betreibervereine der unter deutscher Flagge laufenden Sail Training Schiffe haben sich in einer Dachorganisation zusammengeschlossen mehr

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

YACHT im Abonnement

Verpassen Sie keine Ausgabe, sparen Sie bares Geld und lassen Sie sich jede Ausgabe bequem ins Haus bringen. Bestellen Sie jetzt Die Nr. 1 bei Seglern im ABO!

Jahresabo

Freuen Sie sich über ein tolles Begrüßungsgeschenk!

Geschenkabo

Verschenken Sie für ein Jahr YACHT und Sie erhalten ein Geschenk Ihrer Wahl.

Leserwerbung

Wertvolle Prämien für die Vermittlung eines neuen Abonnenten.

Kennenlernabo

6 Hefte nur € 18,00 und ein Begrüßungsgeschenk Ihrer Wahl.