America's Cup
Boomerang für Alinghi?
Verteidiger Alinghi hat in dieser Frage die Berufungsinstanz beim Obersten Gerichtshof in New York bemüht. Die Antwort kam gestern und war nicht nach dem Geschmack der Schweizer
Geleitet von den Empfehlungen eines dreiköpfigen Expertenrats hat Richter Shirley Kornreich verfügt, dass die Wasserlinie in beladenem Zustand „segelfertig“ zu vermessen ist. Also mit kompletter Ausrüstung, Bordsystemen, Spieren, Segeln, Verpflegung, Mannschaft und gefüllten Ballasttanks. Dabei darf die maximale Länge 90 Fuß, also 27 Meter betragen.
Das könnte den Kat des Verteidigers Alinghi, der mit Wasserballast gesegelt werden kann, härter treffen als den Trimaran von BMWOracle. Die Schweizer müssten nach dieser Anordnung ihre Ballasttanks entweder vor dem Auslaufen füllen bis die Wasserlinie das vorgeschriebenen Maß von 90 Fuß erreicht, oder ganz ohne Ballast segeln, womit der Katamaran weniger aufrichtendes Moment erzeugen könnte.
BMWOracles Trimaran kommt hingegen laut Angaben des Teams ohne Wasserballast aus. Außerdem sei bei der Vermessung nur die Wasserlinie des großen Mittelrumpfs relevant, nicht aber die deutlich längeren Außenrümpfe, von denen nur der leewärtige beim Segeln vollständig im Wasser ist. Wie sich dies in der Praxis niederschlägt wird man sehen müssen, doch die Schadenfreude über den neuerlichen Punktsieg vor Gericht war beim Herausforderer unverhohlen.
Tom Ehman, der Sprecher von Golden Gate Yacht Club/ BMWOracle, sagte da: „Es ist ein Sieg für faire Regeln und den Hausverstand,“ sagte er in einem Statement. „Wieder einmal sind die Versuche der Société Nautique de Genève (Anm.: Der Club von Alinghi), die Regeln zu ihrem Vorteil auszulegen abgewiesen worden. Alles was wir je wollten, ist den Americas Cup unter normalen Regeln und Abläufen auszusegeln, denen fast alle Segler weltweit unterliegen. Einmal mehr war es nötig, SNG daran zu erinnern, dass dies der Americas Cup und nicht der Alinghi Cup ist.“
Die Schweizer hielten sich kurz: Auf der Clubseite fand sich eine Stellungnahme von Vizekommodore Fred Meyer, die befand Richterin Kornreich habe "ein größeres Maß an Bestimmtheit für den 33. Americas Cup geschaffen" und dass Alinghi „sich weiterhin auf das Training vor dem 33. Americas Cup gegen BMWOracle am 8. Februar 2010 konzentriert.“
Ist mit dieser Entscheidung die Wasserlinie für die Schweizer Cup Ambitionen bedrohlich hoch gestiegen? „So etwas würde nerven, aber wir kämen damit klar,“ sagte ein nicht namentlich zitiertes Alinghi Mitglied der Publikation Yachting World vor der Bekanntgabe. In der Stiftungsurkunde des Cups steht nämlich, dass die maximale Länge der Wasserlinie auch mehr als 90 Fuß sein darf. Solange die Kiste zwei Masten hat.
Man darf also gespannt sein, was sich in den nächsten Wochen noch tut. Eins ändert sich jedoch sicher nicht: Die Gewissheit, dass Länge läuft.










