Küste

Alles ruhig bei 12 Beaufort

13.07.2010 Ulrike Schreiber, Fotos: YACHT-Archiv - Trotz des Unwetters hatte die DGzRS gestern wenig Arbeit. Die Segel- und Motorboote lagen sicher im Hafen

Fotograf: © YACHT-Archiv
Regenfront auf See

Ein heftiges Unwetter mit Wind bis zu Orkanstärke hat am Montag weite Teile Deutschlands heimgesucht, schwere Schäden verursacht und zwei Todesopfer gefordert. Der Wassersport blieb jedoch verschont.

Erste Gewitterzellen bildeten sich im Westen bereits am späten Vormittag. Diese verstärkten sich und zogen im Laufe des Tages über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Kräftige Gewitter entstanden auch in den südlichen Bundesländern. In Gewitternähe traten verbreitet Windstärken bis 10 Beaufort auf, in Bremerhaven und Geilenkirchen wurden sogar 12 Beaufort erreicht.

Die Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatten dennoch kaum mehr als an einem ruhigen Sommertag zu tun. Dazu Andreas Lubkowitz, Pressesprecher der DGzRS: "Am meisten hat uns die Bö über Helgoland beschäftigt. Wir haben ärztliches Personal auf die Düne gebracht und Verletzte zurück auf die Insel gefahren. Ansonsten stehen in unseren Büchern nur einige technische Hilfeleistungen und die Begleitung zweier Kajakfahrer in den Hafen von Spiekeroog." Was Lubkowitz als "Bö" bezeichnet, war laut Bericht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein lokaler Tornado, der über der Helgoland vorgelagerten Düne wütete und zu zahlreichen Verletzungen bei den Gästen der Badeinsel führte. Im Helgoländer Hafen blieb es aber relativ ruhig, und die Yachten waren sicher vertäut.

Auch in der Nähe von Cuxhaven registrierte der DWD einen kleinen Tornado. In dem dortigen Yachthafen knickte ein Flaggenmast ab, die Schiffe blieben alle fest. Im Hafen von Leer riss sich ein neugebauter, 157 Meter langer Frachter los und krachte gegen die Werftanlage. Dadurch sprang ein Kran aus den Schienen, stürzte um und fiel auf das Schiff sowie auf zwei Dächer. Der verursachte Schaden wird auf rund eine Million Euro geschätzt.

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