Henrik Masekowitz

Weihnachten daheim statt im Südmeer

23.12.2015 Jochen Rieker, Fotos: YACHT/N. Günter - Der "Einbeinsegler" sitzt nach kurzem Krankenhausaufenthalt im Flieger nach Hamburg, wo er mit der Familie feiern will – Schiff in Kapstadt

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Fotograf: © YACHT/N. Günter

"Croix du Sud" sicher im Hafen – hier vor dem Start in Douarnenez, jetzt in Kapstadt

Die Nonstop-Fahrt ging für Henrik Masekowitz am Dienstag zu Ende. Über fast 600 Seemeilen hatte er seine Class40 "Croix du Sud" allein und nur auf einem Bein humpelnd bis vor die Bucht von Kapstadt gesegelt. Dann eilten ihm auch schon Helfer entgegen.

Hafenmeister Steven Bentley, der seinen Kurs im Yellowbrick-Tracker schon seit fünf Tagen verfolgt hatte, wartete fünf Meilen seewärts mit zwei jungen Seglern in einem Rib auf den Deutschen. Die beiden gingen an Bord, bargen die Segel und bereiteten das Anlegen vor – eine große Entlastung und Erleichterung für Masekowitz, der das Manöver einhand kaum ohne Probleme hätte fahren können.

Kaum am Steg vor dem "Victoria & Alfred Waterfront Hotel" vertäut, brachte ihn der rührige Hafenmeister ins Krankenhaus, wo sein rechtes Bein untersucht wurde. Dabei zeigte sich, dass Fuß und Sprunggelenk offenbar nicht gebrochen sind, wie zunächst befürchtet, sondern lediglich stark luxiert und geschwollen. Das berichtete seine Partnerin gegenüber YACHT online.  

Mit einer festen Bandage und an Krücken gehend kehrte der Hamburger anschließend an Bord zurück und kümmerte sich um alle Formalitäten sowie seinen Rückflug. Denn Heiligabend will er zu Hause sein und mit seiner Familie feiern. Ein unverhofftes Glück, sollte er doch eigentlich tief im Southern Ocean segeln, wäre alles nach Plan gegangen. Sein Schiff verholte er noch in die geschützter liegende Waterfront Marina, bevor er heute den Flieger bestieg.

Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist und wie langwierig die Genesung, wird eine weiterführende MRT-Untersuchung in Deutschland zeigen. "Auf den ersten Blick", so Masekowitz in seiner letzten Twitter-Nachricht, "ist es nicht so schlimm." Mit dem Segeln sei dennoch erst mal "Pause".

Das lässt zumindest offen, ob er seine Fahrt von Kapstadt aus nicht doch noch fortsetzt. Der avisierte Rekord wäre zwar unerreichbar wegen des Stopps, Masekowitz könnte aber immer noch der zweite Deutsche nach Wilfried Erdmann werden, der einhand um die Welt segelt. 

In einem langen Interview mit der YACHT, das vor der boot Düsseldorf Mitte Januar in Ausgabe 3/2016 erscheint, ließ er durchblicken, dass ihn das nicht mehr wirklich reize. Allerdings war er zu diesem Zeitpunkt, kurz vor dem Landgang, auch noch sehr aufgewühlt und "durch den Wind", wie er selbst sagte.

Ein paar ruhige Tage zum Nachdenken und Innehalten kommen da vielleicht genau richtig. 

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