Solo mit Stopp

Henrik Masekowitz wieder auf See

02.03.2016 Jochen Rieker, Fotos: YACHT/N. Günter, Yellowbrick - Einhand retour statt rundum: Der Hamburger, der seinen Beinbruch auskuriert hat, überführt seine Class 40 "Croix du Sud" zurück nach Hause

Masekowitz Class 40 Frankreich 2015 NGü_8C8A3142
Fotograf: © YACHT/N. Günter

Gestern Morgen ist Henrik Masekowitz gestartet, auf seine vielleicht schwierigste Fahrt. Denn es geht "nur" zurück von Kapstadt in die Bretagne. Nicht mehr nonstop um die Welt wie zu Beginn seines Rekordversuchs, der kurz vor Weihnachten wegen eines Sprungelenkbruchs scheiterte.

Kein Ruhm also wartet am Ende, kein Eintrag ins Geschichtsbuch des deutschen Hochseesegelns – eine Zuverlässigkeits-, keine Rekordfahrt mehr. Und doch ist es ein Kraftakt, denn Masekowitz geht den unbequemen Weg: Er segelt auch jetzt wieder allein, wo es um nichts mehr geht. Das nötigt Respekt ab, denn er hätte sicher zahlende Mitsegler finden können. Aber das ist nicht sein Ding.  

Mehr als zwei Monate lag sein Boot in Kapstadt, während der Soloskipper zu Hause an Krücken ging. Jetzt aber ist er wieder fit und seine "Croix du Sud" unter Segeln. Sie hatte einen Bart am Wasserpaß, als Henrik Masekowitz vor einer Woche an Bord ging, um sie bereit für die Rücküberführung zu machen – kein Wunder nach der langen Liegezeit.

Bevor er endgültig auf Kurs Nordwest ging, segelte Masekowitz noch eine kurze Etappe entlang der südafrikanischen Westküste nach Saldanha, dem Ausweichhafen, falls er in Kapstadt keinen Platz gefunden hätte. Mit an Bord waren der Hafenmeister und ein Helfer, der sich in der Abwesenheit des Hamburgers um das Boot gekümmert hatte – eine Art Dankeschön-Törn für die großartige Unterstützung, die der Skipper vor Ort erfuhr.

Tracker Henrik Masekowitz Rücküberführung 2016
Fotograf: © Yellowbrick

Kurs Nordwest: Henrik Masekowitz segelt von Kapstadt aus zurück

Der Start verläuft freilich schleppend, weil Masekowitz in einem Leichtwindgebiet hängt. Nur vier bis sechs Knoten Fahrt loggt er zur Zeit – und wird sich dadurch an die Flautenperiode vor der spanischen Küste erinnert fühlen, die ihn auf dem Hinweg bremste.

Wer ihn online verfolgen möchte, kann im YACHT-online-Spezial den Yellowbrick-Tracker aufrufen, der viermal täglich aktualisiert wird. Außerdem schickt der Hamburger von unterwegs Nachrichten, die wir hier veröffentlichen. YACHT tv zeigt Ende der Woche ein Interview mit Masekowitz, in dem er von seinem Unfall und der Aufgabe erzählt. Auch über seine weiteren Pläne spricht er darin.

So viel sei schon verraten: Er will es noch einmal nonstop versuchen, vermutlich schon im Herbst. Und er wird wahrscheinlich nicht allein sein, denn auch Jan Hamester plant mit seiner Class 40 eine Einhand-Runde um die Erde.  

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