Bootspflege

Polieren wie die Profis

Stumpfes oder ausgekreidetes Gelcoat ist mehr als ein optisches Problem. Wie der Glanz zurückkommt und langfristig erhalten bleibt

Hauke Schmidt am 13.03.2017
Polieren
YACHT/Nils Günter

Mit der richtigen Arbeitsweise bekommt man das Gelcoat wieder dauerhaft auf Hochglanz

Auf den ersten Blick und im Schummerlicht der Halle sieht sie gar nicht schlecht aus, die HR 39. Klar, ein paar tausend Meilen dürfte sie schon im Kielwasser gelassen haben, aber die Substanz ist gut. Selbst das Gelcoat hat noch ein wenig Glanz. "Da geht noch eine ganze Menge", meint Reiner Spiegl und packt ein Sortiment an Reinigern, Poliermaschinen, Schleifpasten und Polituren aus. Als Inhaber eines auf Lacke und Polituren spezialisierten Groß- und Einzelhändels versorgt er diverse Werften und Yachtpflegebetriebe in ganz Deutschland mit nötigem Material und Knowhow. An der Hallberg-Rassy will Spiegl demonstrieren, wie einerseits der Profi arbeitet und man andererseits auch in Eigenleistung zum glänzenden Ergebnis kommt.

Dazu ein wenig Hintergrund: Der größte Feind von Oberflächen ist die UV-Strahlung, die für das Auskreiden von Gelcoat und das Verwittern von Lackschichten verantwortlich ist. Zusammen mit Schmutz und Fenderabrieb frisst sie über die Jahre winzig kleine Bruchstücke aus der Oberfläche. Zurück bleibt eine Kraterlandschaft im Mikroformat – das Gelcoat erscheint matt und rau. Zudem kann sich Schmutz leichter festsetzen, und selbst der typische gelbe Ostseebart bildet sich schneller aus, denn in den Poren gedeihen die dafür verantwort­lichen Algen besser als auf einer glatten Oberfläche.

Spachteln oder Schleifen?

Polieren

Bei den Maschinen gibt es unterschiedliche Techniken. Wir erklären, mit welcher Eigner am einfachsten klarkommen

Um derart unansehnliche Oberflächen in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, muss man sie bearbeiten. Dafür gibt es zwei Arten von Poliermitteln: zum einen Kombipolituren, die nur wenig von der Oberfläche ab­tragen und Wachse oder andere Stoffe enthalten. Poren und feine Kratzer werden dadurch aufgefüllt, und es entsteht eine glänzende Schicht. Diese Produkte sind sehr beliebt, sie lassen sich unkompliziert auftragen und führen schnell zu sichtbar mehr Glanz und einer besseren Optik. Nachteil ist jedoch, dass die Versiegelung meist nicht die gesamte Saison hält und man den Poliervorgang wieder­holen muss, was im Wasser zumindest mit dem Rumpf kaum möglich ist.

Was Profi-Polierpasten und die entsprechenden Maschinen zu leisten im Stande sind

Die Alternative dazu sind Profipolituren. Sie enthalten in der Regel keine Wachse, besitzen dafür aber eine wesentlich stärkere Schleifleistung und können die Unebenheiten tatsächlich zum größten Teil glätten. Dadurch werden die Oberflächen wieder eben und glänzen schon, bevor eine Versiegelung aufgebracht wird. Für diese Arbeit benötigt man wesentlich mehr Zeit und das passende Equipment. Zudem ist eine abschließende Versiegelung erforderlich, beispielsweise mit einem Wachs oder Polymer. Großer Vorteil: Der Glanz hält über die gesamte Saison, und auch in den Folgejahren ist der Arbeitsaufwand kleiner, da das besser geschützte Gelcoat nicht so schnell altert. Welche Materialien man für eine Profi-Politur benötigt und wie man sich die Arbeit erleichtern kann, lesen Sie in der aktuellen YACHT.

Heft 7/2017 ist ab dem 15. März am Kiosk erhältlich – oder als Digitalausgabe gleich herunterladen.

Hauke Schmidt am 13.03.2017

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