Besonderes Boot

Mit 80 Jahren um die Welt

Nicht so schnell wie bei Jules Verne, dafür im hohen Alter will Stanley Paris nonstop um den Globus segeln. Bordbesuch auf "Kiwi Spirit II"

Hauke Schmidt am 19.06.2017
Porträt Stanley Paris Kiwi Spirit_KA20170426_0869
YACHT/Klaus Andrews

Zweimal schon ist Stanley Paris zur Einhand-Welt­umsegelung aufgebrochen, zweimal kam er nur bis Kapstadt. Dabei hatte sich der damals 76-Jährige vier Jahre lang akribisch auf das Projekt vorbereitet und eigens eine 63-Fuß-Yacht bauen lassen (siehe YACHT 3/2014).

Doch Paris wäre nicht er selbst, wenn er sich von Rückschlägen abschrecken ließe. Schon ein Jahr nach dem letzten Abbruch wollte es der Amerikaner mit neuseeländischen Wurzeln noch einmal wissen und realisierte einen Neustart samt Neubau. Wer glaubt, dass Paris es mit nunmehr fast 80 Jahren etwas ruhiger angehen lässt, irrt. Stattdessen legte er mit "Kiwi Spirit II" noch eine Schippe drauf. Fast Cruiser Cube 53 heißt der zugrunde liegende Entwurf, der ursprünglich für einen deutschen Eigner entstanden ist.

Fotostrecke: KIWI SPIRIT-2

Die Konstruktion stammt von Finot/Conq, einem der erfolgreichsten Konstruk­tionsbüros der französischen Offshore-Szene. Sie orientiert sich stark an aktuellen Imoca-60-Yachten, jenen Booten, die für die großen Einhandrennen rund um die Welt im professionellen Einsatz sind. Nach einer Besichtigung der ersten Bau­nummer, für die Paris eigens von Florida nach Deutschland reiste, fiel die Entscheidung: "Kiwi Spirit II" wird eine Kielerin. Gefertigt wird die Fast Cruiser in Kleinst­serie beim Kohlefaser-Spezialisten Knierim- Yachtbau an der Förde.

Nur zehn Monate brauchte die Crew um Geschäftsführer Steffen Müller für das Projekt – gemessen am Aufwand ein sehr guter Wert. Denn unter dem makel­losen Teakdeck und der auffäl­ligen blau-roten Lackierung der "Kiwi Spirit II" steckt modernste Leichtbautechnik. Anders wäre die seltene Kombination aus luxuriöser Gestaltung im Inneren einschließlich Komfortausstattung mit Klimaanlage sowie Bug und Heckstrahlruder und einem Gewicht von knapp zehn Tonnen auch nicht möglich. Zum Vergleich: Eine nominell längere, tatsächlich aber kleinere Serienyacht vom Typ XP-55 wiegt leer bereits 16,8 Tonnen.

Welche Überraschungen noch in "Kiwi Spirit II" stecken, wie sie segelt und was Stanley Paris mit dem Boot vorhat, lesen Sie in YACHT 14/2017. Das Heft ist ab dem 21. Juni am Kiosk erhältlich oder kann hier online gelesen werden.

Hauke Schmidt am 19.06.2017

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