Refit

Lohnt sich die Runderneuerung?

Die wichtigste Frage vor einem Refit ist, ob sich der Aufwand rechnet. Finanziell, aber auch zeitlich. Eine Bilanz der YACHT-Redakteure

Lars Bolle am 14.11.2012
Der Anfang eines Refits. Was den Handwerker unter den Farb- und Lackschichten erwartet ist oft eine große Überraschung

Der Anfang eines Refits. Was den Handwerker unter den Farb- und Lackschichten erwartet, ist oft eine große Überraschung

Nun geht sie wieder los, die Zeit der Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am Boot, der nie enden wollenden Reparaturen und Verschönerungen. Winterlagerzeit eben. Während die einen die anstehenden Tätigkeiten eher als lästige, aber unausweichliche Bürde auf sich nehmen, gehen andere gut gelaunt und bester Stimmung zu Werke. Beide Seiten eint das Absehbare ihres Tuns. Im kommenden Frühjahr ist Schluss mit Staub und Schmutz, dann wird wieder gesegelt.

Doch das gilt nicht für alle. Manche Boo­te werden auch im nächsten Jahr kein Wasser unterm Kiel sehen. Ihre Eigner werden stattdessen weiter schrauben, schweißen, laminieren, spachteln, schleifen oder lackieren. Ganz einfach, weil sie müssen, da ihre Schiffe noch längst nicht segelklar sind.

Ob man es nun Sanierung, Generalüberholung oder Refit nennt – meist handelt es sich um in die Jahre gekommene Boote, die günstig erworben wurden und nun für ein zweites Segelleben gerüstet werden sollen. Das aber kann dauern und, mehr noch, im Lauf der Zeit Unsummen verschlingen. Warum also tut man sich so etwas an? Vor allem, wenn doch am Ende fürs gleiche Geld segel­fertige Schiffe auf dem Gebrauchtbootmarkt zu bekommen gewesen wären.

Die Hoffnung auf einen realen Wert­zuwachs kann kaum den Ausschlag geben; nur in den seltensten Fällen würde sich ein Refit tatsächlich rechnen. Aus gutem Grund sammelt kaum einer Quittungen oder führt Buch über seine Arbeitsstunden. Geld und Zeit – beides sollte man bei aufwändigen und langfristigen Bootsprojekten von Anfang an besser abschreiben.

Es geht also um die weichen Faktoren, die inneren Werte, die mit einem Refit verbunden sind, angefangen vom realen Zu­gewinn an Wissen und handwerklichen Fähigkeiten über die Möglichkeit, beim Arbeiten am Schiff komplett vom Alltag abzuschal­ten bis hin zur Freude am fertigen Objekt, das nach langer Zeit in Glanz und Perfektion wiederaufersteht. Auch wenn es zwischendurch immer wieder Phasen gibt, in denen man am liebsten alles hinschmeißen würde – dies sei nicht verschwiegen.

YACHT-Redakteuren geht es da genauso wie vielen anderen Hobby-Bootsbastlern. In der aktuellen YACHT stellen sie ihre Sanierungsfälle vor, die sie in den zurückliegen­den Jahren in Angriff genommen und bewältigt haben. Beispiele, die zeigen, warum der Aufwand lohnt und die vielleicht sogar Mut machen, selbst zur Tat zu schreiten.

Lars Bolle am 14.11.2012

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