Interview

Kielverlust: Vertrauen ist gut. Kontrolle besser?

Kielversagen kommt immer wieder vor. Die Ursachen sind vielfältig. Der Welt-Seglerverband reagiert und will Vorgaben verschärfen

Lars Bolle am 30.01.2018
Prodigy2 Kielverlust Baltrum Kähler Werft Hooksiel 2017 HPe_IMG_6178 - Kielabrisszone von unten - Bolzen ohne durchgehende Metallflächen im dünnen Laminat
Holger Peterson

Kielverluste sind selten. Doch sie passieren, sowohl bei Regatta- als auch bei Serienyachten – und dann häufig mit dramatischen Folgen. Erst Anfang Dezember 2017 verlor eine Comet 45S südlich von Teneriffa den Ballast und kenterte, im Oktober trieb ein 60-Fußer vor Baltrum ohne Kiel an den Strand. Die Havarie einer Oyster 825 vor Alicante ging Ende 2015 durch die Schlagzeilen. Diese Fälle verliefen jedoch relativ glimpflich, niemand kam körperlich ernsthaft zu Schaden.

Ganz anders dagegen im Frühjahr 2014, als beim Kielverlust der First 40.7 "Cheeki Rafiki" auf dem Atlantik vier Segler starben. Oder im März 2017, als der niederländische Konstrukteur Frans Maas auf seiner selbst entworfenen Yacht auf der Nordsee umkam. Und das sind nur die jüngsten Fälle.

Auch auf Einzelbauten und Regattayachten gingen Kiele verloren, etwa beim 60-Fußer "Minnic" (ehemals "Uca") im Juli 2016 in den Stockholmer Schären, beim 100-Fußer "Rambler" während des Rolex Fastnet Race 2011 oder, unvergessen, beim Open 60 "Virbac Paprec" bei der Vendée Globe 2012/13. Skipper Jean-Pierre Dick gelang das Kunststück, die verbleibenden 2650 Seemeilen bis ins Ziel nur mithilfe der Wasserballasttanks zu schaffen und noch Vierter zu werden.

Auch diese Aufzählung stellt nur eine Auswahl dar. Wegen dieser wiederholten Kielverluste hat der Welt-Seglerverband World Sailing eine Initiative ins Leben gerufen, die helfen soll, zunächst bei Regattayachten das Risiko eines solchen Unfalls zu verringern. Eine Expertengruppe erarbeitete Vorschläge, die bis zum Jahr 2020 als verpflichtende Vorgaben umgesetzt werden sollen. Als Berater wurde Hasso Hoffmeister vom DNV GL (ehemals Germanischer Lloyd) hinzugezogen.

Die YACHT sprach mit Hoffmeister über die Ursachen von Kielverlusten sowohl bei Fahrten- als auch bei Regattayachten, über die konkreten Ziele des Welt-Seglerverbandes und wie sich dessen Initiative auf das Fahrtensegeln auswirken könnte.

Das Interview lesen Sie in YACHT 4/2018.

Lars Bolle am 30.01.2018

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