Das besondere Boot

Imoca-Klasse: auf Törn mit Boris Herrmanns Open 60 "Malizia"

Der Hamburger hat Großes vor mit seinem neuen Boot. Der Imoca-Renner mit Foils soll ihn bei der Vendée Globe um die Welt tragen. Das Porträt im PDF-Download

Jochen Rieker am 03.02.2018
YACHT-Bericht über Boris Herrmanns Open 60 "Malizia"
Foto: Malizia/Y. Riou

Es knackt und knallt. Wenn Druck auf die Kohlefaser-Stenge kommt, über die der Gennaker geschotet wird, klingt es, als würde jemand eine Pistole abfeuern. Markerschütternd. Alle paar Sekunden fliegen Badewannen von kaltem Wasser übers Deck. Erst rummst es, wenn der Bug in eine Welle kracht, die nicht schnell genug vor "Malizia" davonlaufen kann, dann prasselt es wasserfallgleich, bis sich die Fluten schließlich leise gurgelnd hinterm komplett überdachten Cockpit wieder in die See verabschieden.  

Zartbesaitete Gemüter mit empfindlichem Gehörsinn sollten nie versuchen, auf einem Open 60 die Freiwache schlafend zu verbringen. Erst recht nicht, wenn es einer der jüngsten Generation ist, so wie Boris Herrmanns neuer Imoca "Malizia". Dann bringen die Tragflügel zusätzlich Geräusche in die lärmige Kakophonie unter Deck.

Doch es ist nicht allein der Krach, der einem den Schlaf rauben kann. Auch die Bewegungen im Seegang werden durch die Foils verstärkt. Einerseits mindern sie zwar die Krängung. Doch dafür intensivieren sie die Beschleunigung – im positiven wie im negativen Sinn. Fällt auf Halbwind- oder Raumschotskurs eine Bö ein, rennt "Malizia" los wie ein vom Hafer gestochener Bronco in freier Prärie – von 13 auf 15 auf 19,7 Knoten wie nix.

Der Effekt wirkt umgekehrt allerdings auch, und zwar so sehr, dass es einen nicht nur sprichwörtlich aus den Socken hauen kann. Sobald der Wind nachlässt und sich eine Welle ungünstig in den Weg stellt, ist es jäh vorbei mit der Herrlichkeit. Als fiele das Boot von seinen Stelzen, loggt es von einem Moment auf den anderen statt 20 plötzlich nur noch 12 Knoten. Ein krasses Wechselspiel. 

Die YACHT war Ende Oktober 2017 bei Boris Herrmann an Bord, ein Ritt durch die herbstliche Biskaya, von Lorient nach  Le Havre, 330 Seemeilen entlang der bretonischen Küste. Wie sich "Malizia" dabei anfühlt, was sie kann, wie effizient sie sich einhand bedienen lässt, all das finden Sie auf zehn Seiten in der neuesten Ausgabe. Die Reportage erklärt darüber hinaus, wer hinter der Vendée-Kampagne des jungen Hamburgers steht und wie er seine Chancen bei der Solo-nonstop-Regatta um die Erde beurteilt.

Zu lesen in der YACHT 2/2018, hier online bestellen! Oder laden Sie sich das Bootsporträt über den Link unten direkt herunter.

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Jochen Rieker am 03.02.2018

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