Extremsegeln

Die Jäger der Zeit

Sie rasen radikal über die Meere und leisten körperlich wie mental Unvorstellbares. Aber was treibt die Rekordjäger? Und welche Gesetze gelten in ihrer Welt?

Uwe Janßen am 03.01.2017
Sodebo
Sodebo/DPPI/Jean-Marie Liot

Rekord-Trmarani „Sodebo Ultim": in 49 Tagen um die Welt

Was sich derzeit auf den Weltmeeren abspielt, ist für einen vernünftigen Menschen kaum noch nachzuvollziehen. Zu Weihnachten kehrte der Franzose Thomas Coville mit seinem Maxi-Trimaran "Sodebo Ultim" von der Runde um die ganze Welt zurück: Er brauchte dafür gerade einmal 49 Tage und 3 Stunden, mehr als acht Tage weniger als der bisherige Rekordhalter, sein Landsmann Francis Joyon im Jahr 2008. Unvorstellbar: Über die sieben Wochen erreichte Coville eine Durchschnittsgeschwindigkeit jenseits der 24 Knoten. Einhand.

Und Joyon wiederum, der entthronte Titelträger, versucht dieser Tage gerade, mit einer neuen Bestzeit in der Kategorie „Nostop rundum mit Crew“ zu kontern. Er rast im bisherigen Verlauf seines Rekordversuchs mit der „Idec Sport“ in ebenso unvorstellbarer Geschwindigkeit über die Ozeane und lag bei den ersten wesentlichen Landmarken bereits klar vor der Rekordzeit von Loïck Peyron, ebenfalls aus Frankreich. Es ist bereits Joyons dritter Versuch in den vergangenen Monaten. Zunächst verpasste er im vorigen Winter die Bestzeit nach Flaute auf dem Atlantik, und Ende November brach er einen weiteren Versuch bei Erreichen des Äquators ab. Auch dabei hatten die Bedingungen eine Verbesserung der Zeit unmöglich gemacht.

Bei den letzten beiden Versuchen war der Hamburger Profi Boris Herrmann auf der „Idec Sport“ an Bord. Im Gespräch mit der YACHT liefert er äußerst interessante Innenansichten aus der Welt der Rekordjäger und erklärt die Strapazen auf solchen Extremtörns auf der ständigen Jagd nach der Zeit. 

Rekorde

David Pelly, Gründungsmitglied des WSSRC

Jeder Rekord muss offiziell anerkannt werden, nicht nur die Zeit für die Jules Verne Trophy, die für die schnellste Weltumsegelung verliehen wird. Ob auf Regatten, auf bestimmten Passagen oder bei der Hatz nach der absoluten Höchstgeschwindigkeit unter Segeln – keine Bestleistung ohne die Ratifizierung durch das World Speed Sailing Record Council (WSSRC).

Seit ihrer Gründung vor 45 Jahren arbeitet diese Institution im Auftrag des Weltseglerverbands. Und seither ist David Pelly, 75, Mitglied des Gremiums. Der Mann der ersten Stunde erklärt in der YACHT, wie das System der Rekordwächter funktioniert, welche Methoden die Kontrolleure anwenden, und welche Bedingungen an die Anerkennung von Zeit und Strecke gestellt werden. 

Die hochinteressanten Gespräche aus einer sonst abgeschlossenen Welt lesen Sie in YACHT 2/2017, jetzt am Kiosk, im DK-Shop  oder direkt hier digital bestellen!

Uwe Janßen am 03.01.2017

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