Henk de Velde
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Stationen eines Seglerlebens

 

 

Orowa
"Orowa"

 

 

Allisun J&B
"Allisun J&B"

 

 

Zeeman
"Zeeman"

 

 

C1000
"C1000"

 

 

Bilder © 100solo-Henk de Velde www.henkdevelde.com

Henk de Velde - Stationen eines Seglerlebens -

  • Die erste Reise (1978 bis 1985):
    Seine erste Weltumsegelung unternahm Henk de Velde mit der "Orowa", einem 14 Meter langen Wharaam-Katamaran. Gini, seine damalige Frau, begleitete ihn. Das Paar startete mit 8000 Holländischen Gulden in der Tasche. Sieben Jahre blieben sie auf See. Unterwegs arbeiteten die beiden immer wieder, um ihre Bordkasse aufzufüllen. Nach der Überfahrt nach Surinam folgten Monate in der Karibik. Danach ging es durch den Panamakanal in den Pazifik.
        Binnen drei Jahren besuchten die beiden über 1000 Inseln der Südsee. 1981 wurde ihr Sohn Stefan auf der Osterinsel geboren. Drei Jahre später trennte sich das Paar. In Südafrika ging Gini mit dem Kind von Bord. Alleine segelte Henk de Velde das Boot zurück in die Niederlande. Bei seiner Ankunft stand die Logge auf über 50000 Seemeilen.

  • Die zweite Reise (1989 bis 1990):
    Kaum zurück, startete Henk de Velde die Vorbereitungen zu seiner nächsten Fahrt. Diesmal wollte er solo und nonstop die Welt umsegeln. Vier Jahre dauerte es, dann hatte er Schiff, Ausrüstung und Sponsoren gefunden. Mit der "Allisun J&B", einem 18 Meter langen Rennkatamaran, entworfen von Mac Alpine Downie, machte er sich auf den Weg.
        Das Schiff hatte er von Robin Knox Johnson gekauft, dem ersten Mann, der 1969 solo nonstop die Welt umsegelte. Knox Johnson brauchte dafür damals 313 Tage. Inzwischen stand der Rekord bei 150 Tagen. De Velde wollte ihn knacken, scheiterte aber. Er kam "erst" nach 158 Tagen zurück und hatte außerdem unterwegs einen Reparaturstopp in Neuseeland einlegen müssen.

  • Die dritte Reise (1992 bis 1993):
    Der misslungene Rekordversuch ließ Henk de Velde keine Ruhe. Er wollte es noch einmal versuchen. Mit ZeemanTextielSupers fand er einen neuen Sponsor für ein neues Boot. Es war ein 18 Meter langer Kohler-Entwurf, gebaut bei Rhebergen in Amsterdam. 1992 stach der Velde mit dem Schiff in See. Die gesamte Reise konnte man damals in den Niederlanden in der 17-Uhr-Show von Nicola Holt verfolgen. Es sollte das am meisten gesehene Segelprogramm werden, das es jemals in den Niederlanden gab.
         Die Reise endete jedoch tragisch. Nach 100 Tagen fiel der Generator aus. Kein Strom, kein Autopilot, kein Funk. Vierzig Tage lang wurde die "Zeeman" vermisst. Und am 147. Tag, drei Tage bevor de Velde in Brest ankommen sollte, kollidierte er mit einem Container. Schwer verletzt musste er von einem russischen Frachter von seinem Boot abgeborgen werden. In Madeira wurde sein doppelter Schädelbasisbruch operiert. Statt auf einem Schiff kam er Tage später im Rollstuhl in den Niederlanden an.

  • Die vierte Reise (1996):
    Drei Jahre später reiste Henk de Velde erneut ab. Diesmal mit der "C1000", einem 21 Meter langen Kohler/Rhebergen-Katamaran, die verlängerte "Zeeman". Von dem Schiff sagt de Velde, es sei das beste gewesen, das er je hatte. Er schaffte damit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 36 Knoten, einmal sogar bis 42. Das beste 24-Stunden-Etmal waren 420 Meilen. Diesmal wollte er den Weltumsegelungsrekord holen. Doch der stand mittlerweile bei 109 Tagen. Nach einem kurzen Reparaturstopp in Lissabon war er 32 Tage später um das Kap der Guten Hoffnung herum. Nach 50 Tage war er am Kap Leuwin. Am 58. Tag brach das Vorstag. Die Reparatur war schwierig, doch de Velde meisterte auch diese Situation.
         Zum dritten Mal in seinem Leben segelte er anschließend um das Kap Hoorn herum. Am 96. Tag überquerte er den Äquator, dann ging seine Hoffnung auf den Rekord in der Windstille der Doldrums unter. Nach 119 Tagen kehrte er zurück, ohne Rekord, aber mit einem guten Gefühl im Bauch. Er hatte seinen Frieden gefunden, konnte abschließen mit seiner jahrelangen Hatz um den Globus, konnte sich von nun an neuen Projekten widmen. Nicht um neue Geschwindigkeitsrekorde sollte es künftig gehen, sondern um Segelexpeditionen in extreme Regionen: zu den Polen.

 

 
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