
Bericht vom
25. November 2001
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Auf
der Südhalbkugel
Henk de Velde hat seine längste See-Etappe
bald geschafft. Über den Fortgang seiner Reise zeigt er sich
optimistisch
Es ist elf Tage
her, dass ich den Äquator überquert habe. Seit ich die
Azoren verlassen habe, bin ich 3500 Meilen gesegelt, und es sind
immer noch 1600 Meilen bis Mar del Plata. Diese Etappe wird die
längste meiner "unmöglichen Reise". Alle anderen Etappen
sind kürzer. Heißt das aber, dass es langweilig und einsam
auf dem Meer ist? Nein, im Gegenteil. Natürlich sind die tropischen
Tage monoton. Es gibt nur selten drastische Wetteränderungen.
Ich hatte in der ersten Woche nach der Äquator-Überquerung
einen wundervollen Südwest-Passat. Dann gab es zudem kleinere
Probleme mit dem hydraulischen Selbststeuerungssystem. Ich war gut
damit beschäftigt, sie zu beheben. Kaum war ich fertig, erlebte
ich einige Tage mit Gewitter, und jetzt habe ich schon zwei Tage
mit leichten nordöstlichen Winden. Für Abwechslung ist
also gesorgt. Jedenfalls fühle ich mich, als wäre ich
nicht länger als einen Monat auf See.
Natürlich
bin ich auf meinen vergangenen Weltumsegelungen länger unterwegs
gewesen, aber das hat nichts mit der Art, wie ich nun segele, zu
tun. Die "Campina" ist ein langsameres Boot. Ein solider, schwerer
Tourensegler, kein Racer. Nein, dieses "Campina"-Abenteuer hat ein
anderes Ziel. Von Pol zu Pol und zurück zum Pol. Wir (mein
Team daheim und ich) bemühen uns weiterhin um die russische
Genehmigung für den nördlichen Seeweg. Inzwischen arbeite
ich an meinem Weg nach Süden.
Es
ist also gewiss nicht langweilig. Es ist auch nicht besonders einsam,
obwohl ich an manchen Tagen melancholisch gestimmt bin. Aber ihr
seht: Ich bin auf meinem Weg, ich segle, ich bin, ich lebe, ich
genieße, ich arbeite, ich navigiere, ich habe meine schlechteren
Tage, ich habe meine Sorgen, ich habe ein Ziel ... Was will der
Mensch mehr?
Am
26. November werde ich 20 Grad Süd überqueren. Von dort
an muss ich mich auf die windstillen Rossbreiten gefasst machen.
Hoffentlich bleibt der Wind nach meinem Geschmack.
Grüße,
Henk
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