
Bericht vom
13. Juli 2001
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Ankunft
in Russland mit Hindernissen
In Norwegen bereitet die Technik Henk de Velde
Probleme, in Murmansk die Bürokratie
Wir
haben Hammerfest erst am Freitag verlassen können, da wir auf
eine Hydraulikpumpe warten mussten, die aus den Niederlanden geschickt
wurde. Auf dem Weg von Tromsø nach Hammerfest entdeckten
wir ein kleines Leck in der Ruderanlage, und wir verloren etwas
Öl. Ich nahm mir den Kanister mit Hydraulik-Öl und füllte
es nach. Nach ein paar Stunden schlug dann der Autopilot Alarm:
Die Pumpe der Ruderanlage funktionierte nicht mehr. Ich kontrollierte
alles noch einmal und bemerkte, dass ich eine falsche Flüssigkeit
eingefüllt hatte, ein sehr aggressives Reinigungsmittel, das
die Lager der Pumpe zerfressen hatte.
Der
Mensch macht halt Fehler.
Freitag
konnten Simon, der mich während der ersten Wochen noch begleitet,
und ich dann endlich los. Wir segelten nach Tromsø, Norwegens
nordöstlichstem Vorposten auf 30 Grad Ost. Am 9. Juli ging
es dann weiter Richtung Murmansk. Das Wetter war so traumhaft, wie
es im Norden nur sein kann. Nach Verlassen des geschützten
Hafens brachten wir die "Campina" auf Kurs. Der Wind kam direkt
von vorn und frischte bald auf 30 Knoten auf. Wir mühten uns
ab, stellten nach vielen Stunden aber fest, dass wir im Schnitt
nur zwei Meilen pro Stunde vorwärts gekommen waren. Schließlich
sagte ich zu Simon, dies sei kein Rennen, und es gebe keinen Grund,
uns kaputtzumachen, denn in Zukunft würde ich sicher noch genug
Strapazen auf mich nehmen müssen. Simon war ganz meiner Meinung,
und so wir fuhren zurück nach Vardo.
Simons
Zeit war jetzt vorbei, er musste zurück nach Holland. Am 11.
Juli segelte ich also allein los, Richtung Murmansk. Das Wetter
war großartig. Eine Brise von 15 Knoten aus südwestlicher
Richtung. Die "Campina" segelte, bis ich die russische Küste
erreichte. Dann allerdings schlief der Wind ein, und ich benutzte
den Motor, um zum Ziel zu kommen.
Zweimal
benachrichtigte ich meinen Kontaktmann in Murmansk via Inmarsat
über meine bevorstehende Ankunft. Als ich am nächsten
Morgen in einem bestimmten Areal vor der Küste darauf wartete,
den Fjord nach Murmansk "betreten" zu können, wurde die "Campina"
plötzlich dennoch von der russischen Küstenwache gestoppt.
Die Männer wussten nichts über eine niederländische
Yacht. Unglücklicherweise hatte ich auch kein Visum. Man verweigerte
mir die Einfahrt. Nach einigen Stunden kamen zwei Offiziere an Bord
und erklärten, dass sie mich in den Hafen bringen müssten.
Die
Strecke Richtung Stadt ist übrigens sehr schön. Und die
Offiziere machten bloß ihren Job. Wir redeten über mein
Schiff und ihr Boot, über meine Reisen, ihre Arbeit und ihr
Land. Russische Menschen sind sehr freundlich. Sie erklärten
mir, dass alle Ausländer ein Visum benötigen. Ihr Job
bestand darin, mich an Land zu bringen und den zuständigen
Behörden zu übergeben, da ich ja keine Erlaubnis hatte,
russische Gewässer zu befahren.
Schließlich
legten wir an. Nachdem ich zahlreiche Formulare ausgefüllt
hatte, musste ich an Bord bleiben, bis man mir weitere Anweisungen
gab. In Murmansk herrscht zurzeit Sommer, die Temperaturen liegen
über 25 Grad Celsius.
Am
nächsten Tag sagte man mir, ich werde meine Erlaubnis einen
Tag später erhalten. Dann wäre ich wieder ein freier Mann.
Ich fühlte mich allerdings keinen Moment als Gefangener. Ganz
im Gegenteil: Ich freue mich, hier zu sein.
Anmerkung
der Redaktion:
Leider
hat Henk de Velde kein Visum von den russischen Behörden erhalten.
Die russische Marine hat ihn vielmehr zurück nach Norwegen
eskortiert. In Vardo versucht de Velde nun an ein Visum heranzukommen.
Sollte ihm das nicht gelingen, wäre dies das vorzeitige Ende
seiner Weltreise.
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