Henk de Velde
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Bericht vom
09. November 2001

In den Doldrums
Henk de Velde hängt derzeit in der fast windstillen Zone am Äquator fest. Zeit für Gedanken ...

Nur wenn ich das Radio anstelle und die Nachrichtensendungen verfolge, höre ich von den Entwicklungen auf der Welt, von Bombardierungen und von Massenentlassungen. Die Bomben sind meistens weit weg von unseren Schlafzimmern. Die Entlassungen sind uns dagegen viel näher, und man muss nicht Nostradamus sein, um zu ahnen, was uns noch alles erwartet.

    Aber wie gesagt, all diese Dinge existieren für mich momentan nur, wenn ich das Radio anstelle. Hier in der freien Natur ist nichts verfälscht, die Welt dreht sich ständig weiter, und das Meer bleibt so, wie es immer war.

     Ich schaue in den Himmel und sehe Gewitterwolken über mir. Das Segeln durch die Doldrums gelingt mir ganz gut. Manchmal gibt es zwar überhaupt keinen Wind, manchmal gießt es wie aus Kübeln, manchmal frischt der Wind plötzlich auf und löst sich danach wieder in nichts auf. Aber ich komme voran.

    Insgesamt bin ich in den 18 Tagen seit meiner Abfahrt von den Azoren 2000 Meilen vorangekommen. Bis Mar del Plata bleiben mir noch 3000 Meilen zu segeln.

   Das Radio werde ich heute aber nicht mehr anschalten.

    Grüße, Henk

 
 
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