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  "KATHENA NUI"
 
Das Schiff. Daran glaubt er, darauf gründet Wilfried Erdmann seine Ruhe und ein Gutteil seines Entschlusses: "Kathena nui". Sie hat ihn schon einmal um die Erde getragen. Sie muss es wieder schaffen.

     Warum "Kathena nui"? In einem Protokoll für die YACHT stellt Wilfried Erdmann die Frage und gibt die Antwort selbst:
     "Zum einen, ganz klar, fühle ich mich dem Boot besonders verbunden. Habe ich doch mit ihm auf meiner Nonstop-Fahrt Höhen und Tiefen erlebt wie mit keinem Boot davor und danach. Und zum anderen: Eine vollverschweißte Aluminiumkonstruktion eignet sich für Kreuzkurse hervorragend. Durch überdimensionierte Spanten, Längsstringer im Abstand von etwa 35 Zentimetern und vier Schotts - davon zwei wasserdicht - wird eine Superfestigkeit erreicht. Erste Voraussetzung, um mich ans andere Ende der Welt zu bringen.

     Es ist ein handwerklich makelloser Werftbau, nirgendwo wurde gespart. Selbstverständlich hat Kathena nui‘ ein besonders starkes Rigg. Die Kuttertakelung, ideal für einen Alleinsegler, erleichtert die Handhabung der Segelflächen. Stagreiterfocks und keinerlei Umlenkung der Fallen ermöglichen rasches Ein- und Ausreffen. Das Cockpit ist klein, die Plicht hat armdicke Lenzrohre. Alle Luken sind aus Aluminium und zuschraubbar. Mein Schiff ist dicht wie eine Tupperdose.

     Der geringe Kajütaufbau bietet überkommenden Seen wenig Angriffsfläche, außerdem lässt es sich sicherer an Deck arbeiten. Und jetzt drei wesentliche Punkte, die Kathena nui‘ für diesen Kurs prädestinieren. Erstens: Der Bug wurde voller, das Heck schmaler gefertigt als damals bei Dübbel & Jesse üblich. Das verbessert die Selbststeuereigenschaften. Zweitens: Ich achtete beim Bau auf die aufrichtenden Eigenschaften - keine übermäßige Breite, tiefer Bleiballast (1,80 Meter). So besitzt das Boot einen niedrigen Schwerpunkt und die nötige Stabilität für die hohen Breiten. Und drittens: Kathena nui‘ hat eine Bugform, die im Unterwasserschiff tiefer gezogen ist. So setzt sie weicher in die Wellen ein und ist am Wind modernen Konstruktionen gegenüber im Vorteil. Ideale Voraussetzungen, um im Südmeer zu bestehen."

     Beim Gang übers Deck wird die Stärke des Schiffes spürbar. Alles ist überdimensioniert, vieles doppelt ausgelegt: Achterstag, Backstagen, Wanten, Püttings, Relingsdrähte. Die Kajütfenster aus Acryl haben eine Dicke von 1,5 Zentimetern. Selbst schwerer Wasserschlag kann ihnen nichts anhaben.
    Wilfried Erdmann hat auf diesen Rundgang förmlich gewartet. Seine Besucher sollen sehen, wie gut "Kathena nui" für 300 harte Seetage gewappnet ist. Er stellt jede Luke vor, jedes Schapp. Und er zeigt zum ersten Mal an diesem Julimorgen Anzeichen von Vorfreude.
Technische Daten
 
LüA:
L in der Cwl:
Breite:
Tiefgang:
Deplacement:
Konstruktion:
Extras:
 
10.60 m
8.60 m
3.25 m
1.70 m
5.7 to
Uwe Dübbel
u.a. 4 Aluschotts, davon 2 wasserdicht; Eisverstärkung im Bugbereich
 
Gesamtkonstruktion
 
Kaiser-Alumnium ALMg 4.5 mn G31 nach dem Schutzschweiverfahren Mig verschweißt.
 
Blechstärken:
Kielsohle 10 mm,
Kielseiten 8 mm,
Unterwasserschiff 6 mm,
Außenhat 5 mm,
Deck + Cockpit 5 mm.
 
Spantenprofile 50 x 5 mm plus Kante.
Bodenwrangen 6 mm.
Spantenabstand 350 - 400 mm.
 
 

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