20.11.2000
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Das Wetter im Niemandsmeer
Von Dr. Meeno Schrader von der Firma WetterWelt
Dort, wo sich Wilfried Erdmann zurzeit aufhält, geht es mit dem Wetter Schlag auf Schlag. Ein Tief jagt das nächste, sie bringen bitterkalte und sehr feuchte Luft aus der Antarktis an Bord der "Kathena nui". Auf der Vorderseite der Tiefausläufer weht der Wind ungünstig und bläst Erdmann genau auf die Nase - keine Chance Nord gut zu machen. Doch auf ihrer Rückseite tun sich Möglichkeiten auf, so wie vergangenen Donnerstag, den 16. November, als ihn eine Kaltfront überquerte. Dahinter drehte der Wind auf Süd, zeitweise sogar auf Südost. Mit achterlichen Winden, später halbem Wind sollte er es endlich schaffen, die fiesen 5 Grad Celsius (Höchsttemperatur!) hinter sich zu lassen.
Zu verständlich ist sein Streben äquatorwärts. Auf 45 Grad südlicher Breite erwarten ihn immerhin schon zweistellige Werte um 10 Grad. Montag, den 20. 11., sollte er dank eines starken, teils stürmischen Südwestwinds den 50. Breitengrad erreicht haben und langsam in den Bereich eines Hochdruckgebietes rutschen, das sich von Nordwesten auf ihn zu bewegt. Das spürt Erdmann am abnehmenden Wind, der in der Nacht zum Dienstag, den 21. 11., bereits angenehme 4 Beaufort ereicht haben wird. Allerdings dreht der Wind dann auch auf westliche Richtungen.
Sollte sich Erdmann entscheiden, weiter Nordwest- oder gar Nordkurs zu fahren, gerät er in immer schwächer werdende Winde, die zeitweise auf 2
Beaufort abnehmen. Die Windrichtung ist vorteilhaft, sie fängt nun an, wieder rückzudrehen und weht schwach aus Süden. Dabei kann es durchaus passieren, dass er einen Tag lang (endlich einmal wieder) mit schlagendem Segel im Öl liegt. Wahrscheinlich für Erdmann eine willkommene und erholsame Pause!
Die dürfte nicht allzu lang andauern, denn die Vorhersagemodelle deuten keine stabile Lage dieser Wettersituation an.

Die YACHT berichtet aktuell
und exklusiv über Wilfried Erdmanns Non-Stop-Törn - online unter www.yacht.de/erdmann
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