Transatlantik

"Vaquita" triumphiert bei der ARC

Die Class-40-Yacht aus Österreich erreicht St. Lucia mit überragendem Vorsprung als erstes Schiff – eine taktische Meisterleistung

Pascal Schürmann am 07.12.2012
ARC 2011 Start Vaquita

"Vaquita", hier beim Start der letztjährigen ARC

Im wiederholten Anlauf ist der Traum von einem Sieg bei der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) für Bootseigner Christof Petter endlich in Erfüllung gegangen. Mit seiner Akilaria 40 "Vaquita" hat der Österreicher samt seiner Crew vor wenigen Augenblicken nach knapp über zwölf Tagen die Rodney Bay auf St. Lucia erreicht.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die ärgsten Konkurrenten, darunter eine Swan 80 ("Berenice", Italien), eine Pogo 50 ("Surfing Petrel", Frankreich), eine JP 54 ("The Kid", Neuseeland), eine Knierim 53 ("Auliana II", Deutschland) oder auch die Judel/Vrolijk 53 "Haspa Hamburg" vom Hamburgischen Verein Seefahrt sage und schreibe rund 200, teils sogar 300 Seemeilen und mehr zurück.

Zu verdanken ist dieser Triumph der kleinen 40-Fuß-Rennyacht in erster Linie wohl dem von Petter für die ARC engagierten Profisegler Andreas Hanakamp. Der ließ von Beginn an einen extrem nördlichen Kurs segeln (siehe Grafik), wo es von Anfang bis Ende des Rennens den meisten Wind gab – eine clevere Entscheidung, die zum Erfolg führte.

ARC 2012 Route Vaquita

Der erfolgreiche, extreme Nordkurs der "Vaquita" (braune Linie) im ARC-Tracker

Dabei drohte einen Tag vor Erreichen der Ziellinie sogar fast das Aus für die Österreicher. Der "Yachtrevue" erzählte Hanakamp gestern noch von einem defekten Backbord-Ruderlager, das aber glücklicherweise in einer halbstündigen Aktion hätte repariert werden können. Als man den Schaden entdeckt habe, "hatte das Ruderlager etwa einen Zentimeter Spiel, und Wasser hat sich bereits im Heck gesammelt", so Hanakamp.

Ein anderes Crewmitglied ließ heute Morgen schon mal seiner Vorfreude freien Lauf: "Auf der Zielgeraden. Mit 18 Knoten raumschots mit dem großen Gennaker Richtung St. Lucia und, wie es im Moment aussieht, einem Sieg entgegen", heißt es im "Yachtrevue"-Blog. Und weiter: "Die Vorfreude auf Klo, ein kühles Getränk und eine Dusche steigen."

Insgesamt waren in der Racing-Gruppe der diesjährigen ARC 27 Yachten gestartet. Darüber hinaus hatten sich Ende November 199 Fahrtenseglercrews auf den rund 2700 Seemeilen langen Weg von Gran Canaria in die Karibik gemacht. Die meisten von ihnen werden erst im Laufe der nächsten Woche ankommen.

Ein Wermutstropfen bleibt am Ende auch für die "Vaquita"-Crew: Den bestehenden ARC-Rekord von elf Tagen und fünf Stunden, der 2006 von der Maxi "Capricorno" (Italien) aufgestellt worden ist, konnte sie nicht knacken.

Eindrücke von der Transatlantik-Passage im Rahmen der ARC 2011 an Bord von "Vaquita":

Fotostrecke: ARC Onboard Vaquita


 
 

Pascal Schürmann am 07.12.2012

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