Test & Technik

Bavarias neue Mitte

02.09.2010, Fotos: Bavaria Yachtbau GmbH, YACHT/Worms - Deutschlands größte Sportbootwerft stellt die neue 36-Fuß-Klasse vor. Viel Raum und gute Details zeichnen sie aus

Fotograf: © Bavaria Yachtbau GmbH
Hoher Freibord, hoher Aufbau. Die Cruiser 36 in IJmuiden

Auf der Hiswa te Water in IJmuiden präsentiert der neue CEO der Giebelstädter, Dr. Jens Ludmann, das elf Meter lange Farr/BMW-Design. Positioniert zwischen 32 und 40, ersetzt sie gleich drei Yachten des bisherigen Programms.

Damit geht die rasante Erneuerung der Cruiser-Serie weiter. Das immerhin fünfte Schiff innerhalb eines Jahres, das als kompletter Neuentwurf erscheint, punktet mit viel Platz unter Deck.

Üppige Kojenmaße und vor allem ausreichende Höhe über den Betten sorgen für angenehme Nachtruhe. Eine große Pantry mit viel Arbeitsfläche vermag die in den bis zu sechs festen Kojen schlafenden Segler auch zu ernähren. Wird die Zweikabinenversion gewählt, steht das Längsschott achtern außerhalb der Mitte zugunsten von mehr Kojenfläche versetzt. Auch die Nasszelle reicht für ein Schiff der Größe aus.

Worauf Bavaria großen Wert legte, ist die Erhöhung der Steifigkeit der Konstruktion. „Die Schotten sind komplett anlaminiert, der Kiel hängt von innen an der extrem starken Bodengruppe, genauso die Püttinge. So leiten wir einen Großteil der Kräfte in den Strongback, der Rumpf wird entlastet", berichtet Daniel Kohl, Produktmanager für Segelyachten in Giebelstadt. Großes Augenmerk wurde auf Details gelegt: ein Fach im Salontisch, dessen Unterseite hitzebeständig ist und so Töpfe und Pfannen aufnehmen kann, oder ein ausklappbarer Kartentisch zeugen von der gesammelten Erfahrung von mittlerweile über 30.000 in Giebelstadt gebauten Yachten.

Viel Platz im Inneraum bedeutet diverse große Flächen von außen. Die wollen kaschiert werden. Das gelang BMW Designworks, das Boot ist sehr markant und lotet geschickt die Grenzen des ästhetisch Vertretbaren aus. Sitzt man im Salon, wird die Freude über das enorme Raumgefühl allerdings überwiegen, das Äußere an Bedeutung verlieren.

Das Schild auf der Messe nennt einen Preis knapp unter 100.000 Euro. Damit sortiert die Neue sich im Bereich einer gleich großen Hanse 375 ein. Was das ausstattungsbereinigt heißt, lesen Sie ebenfalls in der YACHT, eine ausführliche Preisliste lag noch nicht vor. Die Cruiser 36 wird ihre Kunden finden, sowohl im Eigner- als auch im Chartermarkt. Das Paket ist vielversprechend.

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