Test
Alleskönner aus Frankreich
Gut für ein Wochenende auf Revieren, die anderen Seglern verwehrt bleiben, gut für die Feierabendregatta, und gut für einen spritzigen Segelspaß bei viel Wind: Die Heol 7.4 kann mehr als andere Boote.
Untiefen? Trockenfallen? Eigner einer Heol 7.4 werden mit diesen Umständen keine Mühe haben. Der Kimmkieler steht auf dem Schlick genauso stabil wie auf dem Lagerbock an Land. Die zwei seitlich geschwenkten Kiele wirken dann wie lange Kufen, auf denen das Boot felsenfest ruht. Das innovative Kielsystem wird elektrohydraulisch unterstützt. Der französische Konstrukteur und Designer Martin Defline hat das Konzept und die Mechanik bis zur Serienreife weiterentwickelt.
Trotz eher aggressiver und sportlicher Optik: Leistung und Regattatauglichkeit spielen in der Konzeption der Heol 7.4 nur eine untergeordnete Rolle. Der Vater des Projektes Louis Coleno sieht sein erstes Projekt vielmehr als eine Art modernes, sportliches Wanderboot, mit dem man überall und flott hinkommen und dort auch bleiben kann. Sei es auf dem Wasserweg oder über die Straße auf einem Trailer.
Dafür wird die Heol 7.4 mit einem leichten Kohlefasermast von Seldén ausgestattet. Er soll insbesondere für ein einfaches Stellen und Legen des Riggs sorgen. Deshalb steht der Mast auf Deck und kann über ein Scharnier am Mastfuß mit wenig Kraftaufwand nach hinten abgeklappt werden.
59.400 Euro will die Werft Heolsailing für ihr Erstlingswerk, allerdings ohne Segel. Dafür werden nochmals 5.430 Euro fällig. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das Boot damit recht teuer. Berücksichtigt man allerdings die gute und vollständige Ausstattung mit dem Kohlefaserrigg sowie die aufwändige und teure Hubmechanik für die Kiele, relativiert sich der Betrag.










