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Wie die Großen: neuer AIS-Transceiver von Raymarine

Dank integriertem GPS und Antennensplitter lässt sich der AIS700-Transceiver einfach einbauen. Zudem beherrscht er das für Klasse-B-Geräte neue SOTDMA-Verfahren

Hauke Schmidt am 07.02.2018
Raymarine AIS700
Hersteller

Der AIS700-Klasse-B-Transceiver punktet gleich mit einer ganzen Reihe von Funktionen. Dank des integrierten 72-Kanal-GPS-Empfängers und eines Antennensplitters kann er ohne großen Aufwand nachgerüstet werden. Dazu genügt es, die Blackbox zwischen UKW-Funkgerät und die bestehende Antenne zu schleifen. Der Datenaustausch zum Plotter geschieht per NMEA2000- und SeaTalkng-Protokoll. Da der AIS700 mit einem NMEA-Multiplexer ausgerüstet ist, lässt er sich auch in älteren Instrumentensystemen mit NMEA0183-Standard betreiben. 

Raymarine AIS700

Alles drin, alles dran. Die UKW-Antenne wird einfach durchgeschleift, ein GPS-Empfänger ist eingebaut, und die Daten kommen per NMEA2000-, SeaTalkng- oder NMEA0183-Protokoll zum Plotter

Sicher auf Sendung

Die Sendeleistung des AIS700 soll 5 Watt betragen, und er arbeitet mit dem bisher für Klasse-A-Geräte reservierten SOTDMA-Schema. Dazu etwas Hintergrund: Das automatische Identifizierungssystem AIS unterscheidet zwischen Geräten für die Berufsschifffahrt (Klasse A) und günstigeren Sendern für die Sportschifffahrt. Diese Klasse-B-Geräte haben eine geringere Sendeleistung, zudem differieren die Verfahren, nachdem der Sender prüft, ob der Äther gerade frei ist oder schon ein anderes Schiff Daten sendet.

Die Profigeräte hören den Funkverkehr ab und stimmen sich mit den übrigen AIS-Geräten ab, um Sendezeiten, so genannte Zeitschlitze, für die eigene Datenübertragung zu reservieren. Diese Schema nennt man SOTDMA (Self Organising Time Division Multiple Access). Damit ist sichergestellt, dass alle Teilnehmer regelmäßig zum Zuge kommen.

Klasse-B-Sender dürften bisher hingegen, grob gesagt, nur horchen, bis Funkstille herrscht, können sich aber nicht aktiv Sendezeiten reservieren. In sehr stark befahrenen Seegebieten ist es daher theoretisch möglich, dass sie eine Weile warten müssen, bis sie senden können. Diese Gefahr besteht mit dem nach dem SOTDMA-Schema arbeitenden AIS700 nicht. In Anbetracht der relativ geringen Geschwindigkeiten von Segelyachten sind aber selbst ein paar Minuten alte Positionsdaten kein echter Sicherheitsnachteil.

Die übrigen für die Klasse B üblichen Einschränkungen – beispielsweise, dass sie von Revierzentralen unterdrückt und von Klasse-A-Empfängern ausgeblendet werden können – gelten auch für nach SOTDMA arbeitende Geräte.

Der Raymarine AIS700 Transceiver soll 1066 Euro kosten

Weitere Informationen finden Sie auf www.raymarine.com

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Hauke Schmidt am 07.02.2018

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