Segeltechnologie

North Sails will Fahrtensegel neu erfunden haben

Die neuen Tücher sind wie Grand-Prix-Segel im aufwändigen 3Di-Verfahren hergestellt, jedoch mit preisgünstiger und langlebiger Polyesterfaser

Fridtjof Gunkel am 10.04.2017
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North Sails/Amory Ross

Optisch fast ein konventionelles Segel: North 3Di Nordac ist weißlich

Der größte Unterschied: Die neuen Segel aus dem sogenannten 3Di Nordac sind nicht gewebt, sondern laminiert. Und zwar aus zu superdünnen Filamenten aufgedröselten Garnen, die parallel liegen und auf Tapes vormontiert werden. Diese Tapes werden in verschiedenen Richtungen zueinander zu Segmenten verklebt und mit Kleber vorgetränkt wie ein Prepreg im Bootsbau. Die Segmente werden dann auf einer dreidimensionalen rechnergesteuerten Form unter Vakuumdruck und Hitze miteinander verklebt und geformt, ähnlich wie in dem bekannten 3DL-Verfahren.

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Schicht für Schicht: Auf dem Rechner legt der Designer die Komponenten und das Profil fest

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Von klein zu groß: Filamente werden Tapes, werden Segmente, werden Tuch...

Bei 3Di jedoch kommt kein Film oder Folie zum Einsatz. Bereits vier Lagen des Materials ergeben ein haltbares, winddichtes und homogenes Tuch. 3Di hat sich längst auch auf hoher See selbst bei Rekordfahrten rund um den Globus bewährt, daher ist North sicher, dass auch und gerade die neuen Fahrtensegel eine lange Lebensdauer mitbringen. Die soll der Haltbarkeit von konventionellen Dacronsegel überlegen sein, denn diese verlieren ihre Form aufgrund ihrer gewebten Konstruktion lange, bevor sie mechanisch defekt sind. 3Di Nordac von North Sails kostet etwa 16 Prozent mehr als ein gutes Polyestersegel im Triradialschnitt.

Die YACHT hat bereits mehrere der neuen 3Di-Fahrtensegel ausprobieren können (ausführlicher Artikel im kommenden Heft, Ausgabe 9.) Die neue YACHT ist ab sofort am Kiosk erhältlich, im DK-Shop oder direkt hier digital bestellen.

Kurze Infos von North hier

Ein sehenswerter kleiner Film zeigt, wie das 3Di-Verfahren (unabhängig vom verwendeten Grundmaterial) funktioniert:

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Fridtjof Gunkel am 10.04.2017

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