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Navico setzt auf eigenes Bus-System

Damit lässt sich fast die gesamte Yacht dank Digital Switching vom Plotter aus bedienen. Das ist freilich nicht neu, der Integrationsgrad hingegen durchaus

Alexander Worms am 17.02.2017
Navico Bus
YACHT/A. Worms

Eine mögliche Ansicht für alle Schaltungen unter Deck der Bavaria C 57

Am Ruder stehend die Lichter in der Vorschiffskabine dimmen? Kein Problem. Positionslaternen an- und ausschalten? Auch das ist möglich, ebenso wie Musik, Heizung, Kühlschrank oder Ankerwinsch – alles zentral vom Plotter aus gesteuert. Zudem lassen sich die Betriebszustände der Maschine oder Füllungen von Tanks abfragen, das Datennetz macht es möglich. Fast schon zur Nebensache gerät dann, dass der Plotter selbstverständlich auch navigieren und alle relevanten nautischen Daten anzeigen kann.

Navico Bus

Die Switchbox mit den Sicherungen für die diversen Stromkreise

Neu ist, dass ein Bus-System, mit dem elektrische Komponenten geschaltet werden können, von einem Hersteller von Navigationselektronik kommt. Die Experten von Navico haben sich dafür mit der Firma Naviop zusammengetan und die Bedienoberflächen für den Plotter sowie die Switchboxen entwickelt. Die setzen die elektronischen Signale in elektrische Schaltungen um.

Navico Bus

Switchbox mit Dimmer für die Beleuchtung

Auf der neuen Bavaria C 57, bei der erstmals ein solches System verbaut ist, sind es insgesamt vier solcher Boxen, verteilt im ganzen Schiff. Vorteil: Die Länge der Kabelbäume nimmt ab, das spart Geld, Gewicht und Einbauzeit. Entsteht ein Fehler in einem Stromkreis, so wird auf dem Display angezeigt, welche Sicherung in welcher Box wo auf dem Schiff defekt ist und getauscht werden muss. So lassen sich einfache Fehler vom Skipper selbst beheben.

Ebenso wichtig für Schiffe, die, wie die Bavaria C 57, oft in Charter laufen: Im Vorfeld lassen sich Betriebsszenarien definieren, die die Nutzeroberfläche auf dem Plotter vereinfachen können. Mit anderen Worten: Bereiche oder Schaltungen, die nicht für jedermann gedacht sind, lassen sich hinter Passwörtern verbergen. So veringert sich die Gefahr von Fehlbedienungen, etwa bei der Lichterführung.

Navico Bus

So werden die einzelnen Stromkreise der Switch Box auf dem Plotter abgebildet. Hier sind alle in Ordnung. Bei Fehlern wird die entsprechende Sicherung rot hinterlegt

Navico Bus

In dieser Umgebung lassen sich vordefinierte Nutzeroberflächen festlegen

Weitere Besonderheit: Die Kommunikation zwischen Plotter und dem Can-Bus, der die Switchboxen steuert, geschieht per Ethernet. Das, so der Hersteller, ermögliche hohe Datenraten. Das macht den Einsatz einer weiteren Komponente, der T-Box erforderlich, die die Signale vom Plotter in Can Bus-lesbare Befehle umsetzt und umgekehrt.

Die ersten Einheiten von Bavarias Flaggschiff, das im Standard mit dem System ausgerüstet ist, sind bereits verkauft und auf dem Weg zu den Eignern. Wie sich die Bus-Installation in der Praxis bewährt, wird sich dort alsbald zeigen. Die Leistungsdaten sind vielversprechend.

Alexander Worms am 17.02.2017

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