Kommunikation

Der eigene W-Lan-Hotspot an Bord

15.06.2012 Olaf Schmidt, Fotos: Olaf Schmidt - Günstige Prepaid-Karten machen Internet per UMTS auch im Urlaub attraktiv: Der Router Wi2U verschafft acht Geräten gleichzeitig Zugang

Wi2U
Fotograf: © Olaf Schmidt
UMTS-Router Wi2U. Ein Schacht für die Mini-Sim-Karte, drei LED für den Betriebszustand – mehr Bedienelemente braucht es nicht

Prepaid-Karten für reinen Datenverkehr über UMTS sind bei lokalen An­bietern heute so günstig, dass viele Skipper ihnen den Vorzug gegenüber langsamen und oft eingeschränkten öffentlichen W-Lans geben. Man ist so unabhängiger und hat jederzeit – selbst am Ankerplatz oder in Küstengewässern – Zugriff auf aktuelle Wetterprognosen. Das geht einerseits mit USB-UMTS-Stick am Computer, oft ist in Netbooks oder Tablets sogar schon ein UMTS-Modem eingebaut. Allerdings kommt so immer nur ein Gerät zurzeit ins Netz, ein Tausch der Sim-Karte ist meist fummelig. 

Ungleich komfortabler wird der Zugang durch einen UMTS-Router. Wir konnten so ein Gerät, den Wi2U des Herstellers Lesswire, an Bord testen. Das Gerät klinkt sich per UMTS ins Internet ein und stellt für die Endgeräte ein privates W-Lan zur Verfügung. Über die zentrale Sim-Karte können mehrere Crewmitglieder gleichzeitig surfen. Da die meisten Geräte heute eingebautes W-Lan haben, wird keinerlei zusätzliche Hardware oder Kabelage erforderlich. Das macht sich vor allem dort positiv bemerkbar, wo ein UMTS-Mobilfunknetz nur mit schwachem Signal ankommt. Schon die mitgelieferte Fensterantenne des Wi2U bringt deutlich besseren Empfang als die meisten UMTS-Sticks, eine UMTS-Außenantenne für Yachten lässt sich am Router leicht anschließen. Die mobilen Endgeräte bleiben so trotzdem kabellos.

Wi2U
Fotograf: © Olaf Schmidt
Lieferumfang: Router, eine UMTS-Antenne, die möglichst innen untergebracht wird, zwei Anschlusskabel für 12-Volt-Steckdose oder feste Verbindung mit dem Bordnetz

Das W-Lan des Wi2U arbeitet nach dem Standard 802.11bg, zwischen den Geräten an Bord steht eine Geschwindigkeit von maximal 54 MBit zur Verfügung. Durch die Verschlüsselungsverfahren WPA und WPA2 ist das privates W-Lan gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Maximal acht Teilnehmer können gleichzeitig online sein. Ob es sich dabei um Computer, Smartphones oder andere Netzwerk-Geräte handelt, ist gleich­gültig: Die Verbindung klappt auch mit modernen, W-Lan-fähigen Kartenplottern.

Wi2U
Fotograf: © Olaf Schmidt
Nur drei Anschlüsse: links Strom, rot ist die UMTS-Antenne, an der blauen Buchse lässt sich eine externe Antenne für den integrierten GPS-Empfänger anschließen

Der Kontakt zur Außenwelt erfolgt per UMTS-Netz mit maximal 7,2 MBit. Falls solches nicht zur Verfügung steht, wird auf das langsamere GSM zurückgegriffen. Die bevorzugte Verbindung und das automatische Zurückschalten lassen sich manuell konfigurieren. Einschränkungen bezüglich der Inhalte bestehen nicht, auch Webradio und Internet-Telefonie (VoIP) funktionieren – sofern der Netzbetreiber dies zulässt. Die Stromversorgung kann wahlweise per 12-Volt-Steckdose oder mit direktem Anschluss ans Bordnetz erfolgen, Kabel für beide Varianten liegen bei. Auch an 24 Volt arbeitet das Gerät. Die Installation ist selbst für Laien leicht: Strom in die Steckdose, Sim-Karte ins Gerät, per Brow­ser auf die Konfigurationsseite, und dort die PIN eingeben – das war es auch schon. Alle Fragen dazu beantwortet die eingebaute Hilfe.

Ein GPS-Empfänger ist eingebaut, aber nicht für die Navigation des Schiffs gedacht. Er dient vielmehr dazu, auf Seiten wie Google Maps den eigenen Ort anzuzeigen, außerdem kann der Wi2U E-Mails mit der Position an vorbestimmte Adressen verschicken, beispielsweise beim Einschalten der Stromversorgung.

Der Wi2U kostet rund 350 Euro.

Händlernachweis unter http://www.lesswire.com

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