Ausprobiert

Alleskönner mit Schwächen

19.02.2010 Martin-Sebastian Kreplin, Fotos: - Der GPSmap 620 im Test

Das Display ist leuchtstark, die teuren Seekarten sind detailgetreu und hochauflösend

Ein Kombigerät für Straße und Wasser ist für alle eine tolle Sache, die im Jahr selten länger als zwei Wochen in unbekannten Gewässern unterwegs sind. Dann wird das Auto-Navi kurzerhand zum Kartenplotter.

Diese Kundschaft spricht auch Garmin seit jüngster Zeit mit dem GPSmap 620 an. Das fünf Zoll große WVGA-Display ist im Pkw-Modus üppig, auf See ist das Format ausreichend, um trotz großem Maßstab nicht den Überblick zu verlieren. Auch die Steuerung kann überzeugen, bedient wird das Produkt ausschließlich über den berührungsempfindlichen Bildschirm. Die Menüs sind sinnvoll strukturiert, das ganze Gerät intuitiv bedienbar.

Wenn es denn stabil läuft. Ein erstes Testmuster quittierte leider schon am zweiten Einsatztag den Dienst — mitten in den schwedischen Schären nicht optimal. Und auch wenn es bis dahin mit einer exzellen­ten Kartendarstellung und Genauigkeit glänzen konnte, woran nicht zuletzt die teure Blue­chart-G2-Seekarte beteiligt war, ein unbegründeter Totalausfall des 700 Euro teuren Geräts ist kein gutes Signal. Erst ein zweites Muster lief über eine Testperiode von vier Wochen fehlerfrei, wenn auch nicht immer überzeugend. Die Straßennavigation beispielsweise ist zwar sehr übersichtlich, selbsterklärend und exakt, es war jedoch mangels ausreichend Speicher unmöglich, eine 800 Kilometer lange Route berechnen zu lassen, die Maut-Straßen umgeht. Ein fünf Jahre altes Vorgängermodell, ebenfalls von Garmin, meisterte dieselbe Aufgabe ohne Probleme. Auch fiel negativ auf, dass in dem Gerät kein Laut­sprecher montiert ist. Soll der GPSmap im Akkubetrieb (der im Schnitt einen Tag durchhielt) und nicht in der Kfz-Halterung zum Ziel lotsen, bleibt er stumm.

So hinterlässt der GPSmap 620 ein zwiespältiges Bild. Größe, Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung machen einen wertigen, durchdachten Eindruck. Doch die Software scheint partiell nicht so perfekt und sicher zu sein, wie man es für den Einsatz auf See erwarten dürfte. Ebenfalls wichtig: Im Gerätepreis ist weder die Software zur Straßennavigation noch eine Seekarte enthalten.

Das Gerät beherrscht die Straßennavigation genauso ...
... wie die Anzeige topografischer Wanderkarten
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