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Deutscher
Doppelsieg bei Drachen-WM Der Rostocker Malte Philipp (32), ehemaliger DDR-Auswahlsegler im Finn, ist mit seinen Vorschotern Torsten Imbeck und Ali Enver Adakan überlegen Drachen-Weltmeister im dänischen Hornbæk geworden. Er lag nach sieben Rennen unglaubliche 35,3 Punkte vor Segelmacher Werner Fritz vom Chiemsee, der mit den Vorschotern Dieter Schoen und Andreas Huber segelte. Es waren 77 Boote aus 15 Nationen am Start. Malte Philipp genoss auf dem Podium die ungewohnte Perspektive als Aktiver, denn seit er nach einem schweren Autounfall seine Leistungssportkarriere im Finn-Dinghy aufgeben musste, tut er sich mehr als Trainer hervor. Vor drei Jahren ging er mit seiner Frau nach Istanbul, wo er als technischer Direktor im Istanbul Sailing Club arbeitet. Aus der türkischen Presse erfuhr er, dass er sogar Nationaltrainer genannt wird. Offiziell sei er das aber nicht. Nachdem sein Schützling, Finn-Segler Ali Enver Adakan, als Achter in Sydney das beste Ergebnis gelang, das ein türkischer Segler je ersegelt hatte, ist Malte Philipp für die Türken ein Held. Seine Aufgabe ist es, im größten Segelverein der Türkei ein System zur Ausbildung von Leistungsseglern zu schaffen. Und der Erfolg gibt dem Sportwissenschaftler Recht. Er ist gefragt in Istanbul. Jetzt bekommt er sogar eine Dozentenstelle an der Universität, vermutlich für Bewegungslehre. "Wenn die Türken Erfolg wittern, spielt Geld keine Rolle", sagt der Rostocker, der hin und wieder in Deutschland Drachen segelt und vergangenes Jahr die Kieler Woche gewann. Mit dem Finnsegler durfte er sich ein halbes Jahr in Australien vorbereiten. Während
der insgesamt zweijährigen Vorbereitung brachte er Ali Enver Adakan
von 85 auf 98 Kilogramm, allein durch Krafttraining. Kniebeugen macht
der inzwischen mit 205 Kilo. "Der ist richtig stark geworden, unheimlich
fleißig und mit 23 Jahren noch sehr jung", sagt sein Trainer, der
sich die Dienste seines Schützlings für die Drachen-WM sicherte.
Philipp konzentriert sich jetzt wieder voll auf seinen Trainerjob. Denn
"als nächstes wollen wir eine WM-Medaille und in vier Jahren eine
bei Olympia." Dann werden beide in der Türkei unsterblich sein. |
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