Meilenstärkster Feuerwehrmann der Welt im Ziel Mike Golding segelt mit "Team Group 4" die viertschnellste Zeit in der Vendée Globe Bei großzügiger Zählweise hat der Brite Mike Golding bereits fünf Weltumsegelungen im Kielwasser: zwei BT- Challenges, eine Ost-West-Solo-Umrundung mit einem BT-Boot, eine Around Alone und die Vendée. Er ist der einzige Mensch, der die Erde solo und nonstop in beide Richtungen umsegelt hat. Schönheitsfehler: Bei der vergangenen Around Alone rammte er den Kiel seiner "Team Group 4" bei der Rundung der Nordspitze Neuseelands in den Grund und zerbrach dabei fast das Boot (das die Weltumsegelung schließlich auf einem Frachter beendete). Und bei der Vendée krachte zwölf Stunden nach dem Start das komplizierte Flügelrigg seiner Yacht in die Biskaya. Mike Golding, der Pechvogel? Zumindest präsentierte sich "der Mann mit der übermenschlichen Arbeitskapazität" (so seine Sponsoren) nicht als solcher, als er in den Morgenstunden in Les Sables einlief: "Das Schlimmste war, dass ich seit einigen Wochen keine Zigaretten mehr hatte. Ich wusste wirklich nicht, ob ich das bis ins Ziel aushalten würde." Doch der durch Mastbruch gestürzte Favorit der Vendée fand auch seriöse Worte, mit denen er die Riesenmenge seiner Fans begrüßte, die den Star heimkehren sehen wollten. Unter ihnen auch die zweitplatzierte Ellen MacArthur. "Der Mastbruch war wirklich das Highlight des Rennens. Wir wissen immer noch nicht, warum das Rigg von oben kam. Aber ich musste wieder los, keine Frage. Diese Einstellung kommt von den vielen Einsätzen als Feuerwehrmann. Wenn es brannte, musste ich da mittenrein. Ob ich wollte oder nicht." Auch beim Mastklettern dürfte ihm seine Ausbildung behilflich gewesen sein. In Lee von Marion Island, einer Insel der Kerguelen-Gruppe, wollte er ein defektes Genuafall reparieren. Doch "Team Group 4" segelte schneller wieder in den Southern-Ocean-Schwell als geplant. Golding fürchtete oben im Rigg um sein Leben. Der routinierte Profi startete zwar acht Tage hinter dem Feld, aber noch innerhalb des Zeitfensters, in dem die Skipper lossegeln können, ohne dass die Uhr bereits tickt. Er beendete die Runde nach 102 Tagen, 12 Stunden und 22 Minuten. Das bedeutet, dass er rund sieben Stunden schneller war als Marc Thiercelin auf "Active Wear". Auf der offiziellen Ergebnisliste steht der Franzose also auf Platz vier. Aber die viertschnellste Zeit segelte der Engländer.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||