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Wunderwaffe für BMW Oracle Racing

Mit einer neuen Laserpistole kann der Herausforderer des 33. America’s Cup die Windgeschwindigkeit vorhersagen

Johannes Erdmann am 27.01.2010

Die Wunderwaffe "Racer’s Edge"

Im Regattasegeln können exakte Informationen der Windgeschwindigkeit und -richtung einen siegbringenden Vorteil verschaffen. Aus diesem Grund werde man beim America's Cup die Laserpistole "Racer’s Edge" einsetzen.

So John Kostecki (USA), Chef-Taktiker des BMW Oracle Racing Teams.

Wie der Scuttlebutt-Newsletter auf Grundlage eines Interviews von Valencia Sailing berichtet, soll das Highend-Gerät in der Lage sein, sowohl ein horizontales als auch ein vertikales Profil des aktuell herrschenden Windes in 400, 700 und 1000 Meter Entfernung zu generieren und darzustellen.

Das "Racer’s Edge" wird von der Firma "Catch the Wind" in Manassas/Virginia hergestellt. Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und hat sich auf den Bau von lasergestützten Windmessanlagen, hauptsächlich für den Gebrauch in Windparks, spezialisiert.

Bei BMW Oracle Racing hat man den taktischen Vorteil erkannt, den der Einsatz eines solchen Gerätes für den Regattasport mit sich bringt. Das Produkt ist nicht größer als ein herkömmliches Fernglas und nur 8,2 Kilogramm schwer — kostet aber so viel wie eine kleine Eigentumswohnung. Über Bluetooth mit einem Laptop verbunden, ist es in der Lage, eine Windkarte zu erstellen, die dem Nutzer die Windverhältnisse in 400, 700 und 1000 Meter Entfernung zeigt. Hierzu wird der Laser einfach in die gewünschte Richtung gehalten. Wiederholt man die Messungen mehrfach in verschiedenen Richtungen, kann man eine großflächige Karte erzeugen, die letztlich nicht nur die Geschwindigkeit des Windes, sondern auch seine Richtung verdeutlicht. Misst man mit dem Laser dann auch noch verschiedene Winkel, ausgehend vom Horizont, ist das Computerprogramm in der Lage, die vertikalen Strömungsverhältnisse darzustellen.

Die Genauigkeit des Geräts gibt Phil Rogers, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von "Catch the Wind", mit einer maximalen Abweichung von 0,5 Knoten und 2 Grad an — wobei sie weder durch die Eigengeschwindigkeit des Bootes noch durch die des Windes beeinflusst wird. Auch die maritime Umwelt nimmt keinen Einfluss auf die Exaktheit des Laserfernglases, weder Nebel noch hohe Wellen, salziges Spritzwasser oder Stürme hatten bei ersten Tests größere Abweichungen zur Folge.

Um bessere Wetterinformationen zu erhalten, wurde im Vorhinein bereits mit einer Flotte von Booten und Flugzeugen experimentiert, die allesamt mit Windmessern ausgestattet waren. Da die Racing Rules of Sailing jedoch während des Rennens selbst keine Informationen von außen gestatten, sind diese nur für den Start erlaubt. Mit dem "Racer’s Edge Professional", das extra für den amerikanischen Herausforderer konzipiert wurde, scheint diese Regel erfüllt zu sein. Bleibt abzuwarten, wie Alinghi darauf reagiert.

Den gesamten Artikel lesen Sie auf: valenciasailing.blogspot.com

Johannes Erdmann am 27.01.2010

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