Rekordfahrt

Viel Wehmut, wenig Partystimmung

Laura Dekker hat es geschafft. Sie ist die jüngste Solo-Weltumseglerin. Anerkannt wird ihr Rekord offiziell allerdings wohl nicht

Pascal Schürmann am 23.01.2012
Dekker Ankunft

Laura Dekker bei der Ankunft auf Sint Maarten

In Philipsburg auf Sint Maarten endete am Samstag die Reise der 16-jährigen Niederländerin um die Welt. Mit ihrer "Guppy", einer Jeanneau Gin Fizz 37, hat sie rund 27.000 Seemeilen im Kielwasser gelassen. 518 Tage war sie unterwegs. Zwischendurch hat sie in mehreren Ländern Zwischenstopps eingelegt, bevor sich nun auf der Karibikinsel der Kreis schloss.

Es war kein vergleichbar großartiger Empfang, wie er der bisherigen Rekordhalterin, der damals knapp 17-jährigen Australierin Jessica Watson, bei deren Rückkehr zuteil geworden war. Nur 100 bis 150 Menschen hatten sich am Wochenende zur Ankunft Dekkers im Hafen von Philipsburg eingefunden, darunter die Eltern, Freunde, aber auch wildfremde Menschen, die sich von der Leistung des Mädchens begeistert zeigten.

Dekker war aber schon das offenbar viel zu viel des Trubels. Sie machte einen eher reservierten Eindruck, wie Bilder und Videos von der Ankunft vermitteln. In einem Interview mit dem niederländischen Segelmagazin "Zeilen" gibt sie sich recht einsilbig. Und auch ein Reporter des "Spiegel" schildert in seinem Bericht von vor Ort, dass die Seglerin nicht gerade einen euphorischen Eindruck machte. Dabei hätte sie gewiss allen Grund dazu gehabt.

Vor allem in den jüngst zurückliegenden Wochen hat sie gleich zweimal ihr navigatorisches und seemännisches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als sie zunächst den Indischen Ozean und dann von Südafrika aus den Atlantik überquerte.

Offiziell anerkannt wird das alles aber offenbar nicht. Nachdem schon das für Segelrekorde aller Art zuständige World Speed Sailing Record Council infolge der heftigen Diskussionen um den entbrannten "Jugendwahn" die Jüngsten-Kategorie gestrichen hatte (siehe YACHT online vom 20. 1. 2012), berichteten verschiedene Medien am Wochenende, dass es aus demselben Grund auch nichts wird mit einem Eintrag ins "Guinness Buch der Rekorde". Darauf zumindest hatte Laura Dekker vor ihrer Abfahrt in einem Gespräch mit der YACHT noch gehofft.

In der nächsten Ausgabe der YACHT (Heft 5/2012, erscheint am 15. Februar) werden wir den Verlauf der Rekordfahrt noch einmal ausführlich dokumentieren – von den schwierigen Anfängen über die Höhe- und Tiefpunkte unterwegs bis hin zum erfolgreichen Abschluss.

Pascal Schürmann am 23.01.2012

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