Niederlande

Sturmtief Burglind sorgt für Verwüstung

Am schlimmsten schlägt der Wind auf Urk zu: Eine dort überwinternde Arche-Noah-Replik reißt sich los und zerstört Stege und Yachten

Alexander Worms am 03.01.2018
Arche auf Yachten
Hans Romers

70 Meter lang und 13 Meter hoch – das sind die Abmessungen des gewaltigen Nachbaus, der in den Sommermonaten durch die Lande reist, unter anderem auch nach Deutschland, und auf dem Besucher willkommen sind. Jetzt allerdings lag das Schiff im niederländischen Urk zur Winterpause.

Der Sturm traf die Stahl-Holz-Konstruktion mit voller Wucht, die fast 1000 Quadratmeter Fläche der Arche waren zu viel für Festmacher und Poller, sie ging auf Drift. Die endete an der anderen Seite des Hafenbeckens auf diversen Yachten. Ein deutscher Eigner ist vor Ort und berichtet: „Steg F gibt es nicht mehr. Die Boote, die dort lagen, haben zum Teil schwere Beschädigungen. An Steg E sind die letzten Boote zusammengeschoben worden, ebenfalls mit erheblichen Schäden."

Fast schon zynisch mutet es an, dass ausgerechnet im sehr gläubigen Urk, man bezeichnet sich selbst als die gläubigste Gemeinde der Niederlande, das biblische Schiff für Schaden sorgt. Ein Livefeed sowie diverse Videos zum Vorfall auf Niederländisch gibt es hier.

Fotostrecke: Sturm Niederlande 3.1.2018

Die Arche ist jetzt provisorisch gesichert, ein Schlepper reduziert die Last auf die darunterliegenden Yachten. Das ganze Ausmaß der Schäden wird sich erst morgen zeigen. Die Windgeschwindigkeiten erreichten in Böen 60 Knoten.

Ebenso schwer getroffen hat es den WSV Hellevoetsluis, in dessen Winterlager eine noch unbekannte Zahl Yachten durch den Sturm umgeweht wurde. Ob auch deutsche Eigner betroffen sind, ist ebenfalls unklar.

Die Niederlande erleben einen ungewöhnlichen Sturm. Er trifft genau auf eine Springtide, was deutlich erhöhte Wasserstände mit sich bringt. Somit wurden erstmals alle fünf möglichen Sturmflutwehre zugleich geschlossen, das berichtet der Rijkswaterstaat, die oberste Wasserbehörde der Niederlande. Es handelt sich dabei um das Oosterscheldewehr, die Maeslantkering im Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland – einer der größten Häfen der Welt ist damit teilweise nicht mehr von See erreichbar –, die Hartelkering in Spijkenisse, die Hollandsche IJsselkering und die Aufblasbarriere im Ramspol. Damit haben die Nachbarn den maximalen Verschlusszustand hergestellt.

Gegen Abend flaut der Wind nun ab, die Aufräumarbeiten können beginnen.

Alexander Worms am 03.01.2018

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