Seemannschaft

Seewetter im Radio wird eingestellt

2014 schalten die ARD und das Deutschlandradio ihre Lang- und Mittelwellensender ab. Auf dem Weg ist dann kein Wetterbericht mehr empfangbar

Uwe Janßen am 14.06.2013
Wetterempfang im Radio

Ein Skipper notiert den Seewetterbericht aus dem Radio

Aus Kostengründen wird der Sendebetrieb auf diesen Frequenzen eingestellt. Die Zahl der Hörer, heißt es zur Begründung vonseiten der zuständigen Kommission, sei „nicht mehr messbar“. Eine Behauptung, die andere Experten für zumindest fragwürdig halten.

Unter Seglern sorgt die Entscheidung für Unverständnis und Zorn. Auf dem Weg wird nämlich auch der Seewetterbericht verbreitet – die Einstellung geht somit zu Lasten der Sicherheit. Denn das Radio kann einige Dinge leisten, zu denen Navtex, SMS-Dienste oder sonstige Quellen nicht in der Lage sind. Unter anderem entfällt durch das Ausbleiben der Stationsmeldungen die Möglichkeit zur „meteorologischen Navigation“. Das ist ein feststehender seemannschaftlicher Begriff und meint die Törnplanung anhand von Wetterinformationen – wenn aus den gelieferten Daten eine Wetterentwicklung abgeleitet werden kann, wird entsprechend der Kurs gelegt. 

Auch die Reichweite des Radios ist der von vielen anderen Techniken überlegen. Es sei denn, die Skipper beschaffen sich kostspieliges Zusatzequipment. Und das ist einer der Haupt-Kritikpunkte: Die Einsparung eines sicherheitsrelevanten Dienstes bei den gebührenfinanzierten Sendern müssen Segler im Zweifel mit zusätzlichen Ausgaben kompensieren.

Alle Hintergründe und Zusammenhänge zu diesem Thema lesen Sie ausführlich in der neuen YACHT (ab dem 19. Juni am Kiosk). 

Bereits jetzt können Sie an der Klärung eines wesentlichen Aspekts mitwirken. Gestritten wird offen über die Notwendigkeit, eine veraltete Technik für eine kleine Zahl von Nutzern weiterhin zu betreiben. Allerdings gibt es über diese Zahl keinerlei Erkenntnisse. Umso interessanter also, den Bedarf überhaupt einmal einschätzen zu können. Deshalb haben wir für Sie eine Umfrage eingerichtet: Nutzen Sie heute noch den Seewetterbericht aus dem Radio?

Wenn Sie die Vorgänge detaillierter kommentieren möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an seewetter@yacht.de.

Uwe Janßen am 14.06.2013

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