Sturm

Schadensbilanz am Tag nach "Sebastian"

Losgerissene, gestrandete und gesunkene Yachten, zerfetzte Segel und Persenninge sowie überschwemmte Steganlagen – die Folgen des gestrigen Sturmtiefs

Pascal Schürmann am 14.09.2017
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Klaus Andrews

Sturmtief "Sebastian" und die Folgen: An einem Segelboot in Eckernförde wird das Vorsegel in Fetzen gerissen

Mit in Böen bis zu 150 Kilometern pro Stunde ist das Sturmtief "Sebastian" am Mittwoch über Norddeutschland hinweggefegt. Auf den Nordseeinseln erreichte es mit die höchsten Geschwindigkeiten. Während die Schäden an Land teils groß waren und sogar zwei Todesfälle zu beklagen sind, hielten sich die Folgen für Segler insgesamt in Grenzen. Gänzlich ungeschoren kamen einige Bootsbesitzer aber nicht davon. 

So hielt unter anderem im Sportboothafen auf Amrum ein Segelboot den Orkan-Böen nicht stand und kenterte. In Eckernförde trieb ein größerer Trimaran auf die Steinmole und schlug leck. Eine andere Yacht, die sich ebenfalls losgerissen hatte, kam glimpflicher davon; sie blieb im Schlick stecken. Andere Boote konnten hingegen noch rechtzeitig unter anderem von der DGzRS gesichert werden.

Die Seenotretter wurden gleich mehrmals nach Eckernförde gerufen. Ansonsten sei es entlang der Küsten aber ein ruhiger Tag für die Mannschaften der Rettungskreuzer gewesen, heißt es aus der Bremer DGzRS-Zentrale. Kein Segler hätte aus Seenot gerettet werden müssen. 

Hier Sturmflut, da extremes Niedrigwasser

Probleme bereitete vielerorts nicht nur der Wind, sondern auch der Wasserstand. Während auf den Nordseeinseln und längs der Nordseeküste die Pegel bei Hochwasser teils bis knapp zwei Meter über das mittlere Hochwasser stiegen, sodass Schleusen und Sperrwerke geschlossen werden mussten und in Hamburg der Fischmarkt unter Wasser stand, wurde mancherorts an der Ostseeküste das Wasser vom Sturm aus den Häfen hinausgedrückt. So fiel beispielsweise in Flensburg die Hafenspitze komplett trocken.

Die Yachten an den Stegen des nahen Im-Jaich-Stadthafen Flensburg wurden dadurch nach Auskunft des Hafenmeisters aber nicht in Mitleidenschaft gezogen. Anders in der ausgangs der Kieler Förde am Nordostufer gelegenen Marina Wendtorf. Dort fiel der Wasserstand so stark, dass die Hafenmeister bis in die Nacht damit beschäftigt waren, gerissene Leinen auszutauschen oder zu kurz ausgebrachte Festmacher neu abzulängen. Auf diese Weise konnten in Wendtorf Schäden an den Schiffen vermieden werden.

Auch weiter östlich, wo der Wind zwar nur noch um 30 Knoten geblasen hatte, wich in den gestrigen Abendstunden das Wasser deutlich zurück. So etwa in Heiligenhafen, wie das nachfolgende Video zeigt.

Heiligenhafen am Morgen nach dem Sturm

Auf den Seen im Süden der Republik, wo der Sturm gleichfalls etwas schwächer war als an der Küste, gab es dennoch auch Bruch. Im Fünfseenland, wo sich auf einzelnen Gewässern bis zu eineinhalb Meter hohe Wellen bildeten, kenterten gleich mehrere Boote oder rissen sich los und strandeten. Sie mussten von den Wasserwachten und der DLRG geborgen werden. 

Bilder vom Sturm:

Fotostrecke: Die Folgen von Sturmtief "Sebastian"

Pascal Schürmann am 14.09.2017

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