Modern Classics 2017

Scalar 31 – Baunummer 1 – wurde zur "Ostseeperle" gekürt

Burghard Pieske verlieh die begehrte Auszeichnung im Namen der Jury mit Lob und Anerkennung des seemännisch hervorragenden Zustandes der Yacht

Lasse Johannsen am 11.09.2017
Modenr Classics 2017
YACHT/K. Andrews

Der diesjährige Szene-Treff Garmin YACHT Modern Classics powered by Gründl führte wieder zahlreiche Eigner und Liebhaber klassischer GFK-Yachten an der Schlei zusammen. Bereits am Freitagnachmittag wurden zahlreiche Workshops beim Yachtzentrum Kappeln durchgeführt, nach einem fröhlichen Begrüßungsabend ging es dann am Samstag aufs Wasser. Ausdauernder Regen und ausgeprägte Flaute konnten der guten Stimmung nichts anhaben. Beim anschließenden Open Ship standen Besuchern und Teilnehmern die Yachten und das Refit-Projekt der YACHT zur Besichtigung offen, und das Abendprogramm wartete mit dem vom AvD gesponserten Grill-Buffet und Live-Musik auf.

Scalar wird "Ostseeperle"

Zur "Ostseeperle" wurde die erste jemals gebaute Scalar 31 "Romance" gekürt. Das dunkelblaue Schiff aus dem Hause Henningsen & Steckmest sieht auch in der 37. Saison hervorragend aus, obschon das Eignerpaar regelmäßig lange Reisen auf der Ostsee unternimmt. Besonders die durchdachte Ausrüstung hob Juror Burghard Pieske hervor und lobte damit die in unzähligen Stunden durch Eigenleistung des Eigners entstandenen Lösungen für die typischen Probleme des seemännischen Alltags.

Scalar 31 "Romance"

Die Scalar 31 "Romance" – "Ostseeperle 2017"

Knappe Entscheidung

Doch die Konkurrenz war stark, wie Juror Martin Horstbrink vom GFK-Klassiker e.V. betonte. Mit der Thurø 33 "Gingang" wurde eine Yacht nominiert, die gleichsam wie am Tag der Auslieferung daherkam. Lediglich das Teakdeck hat der Eigner vor einiger Zeit austauschen lassen, alles Übrige am Schiff wurde durch fachmännische Pflege im Bestzustand erhalten.

Als Dritte kämpfte nach Vorschlag der Jury die Écume de Mer "Phila" um den begehrten Preis. Das Schiff ist in seiner Formgebung ein typischer Vertreter des IOR-geprägten Serienbaus, sticht aus der Masse aber dank eines umfangreichen Refits hervor, den der Eigner in intensiver Eigenarbeit auf höchstem Niveau durchgeführt hat.

Schneewittchen wird wachgeküsst

Helge von der Linden vergab schließlich mit dem "Schneewittchen-Preis" die Anerkennung für das Boot mit dem größten Potenzial, eines Tages als Perle aufzuerstehen – Pläne und Motivation des Eigners eingeschlossen. Klar für sich entscheiden konnte diesen Titel Wolfgang Mund mit seinem Konsul "Chronos". Ein Material-Gutschein und Beratungsleistung der Firma von der Linden sollen dabei helfen, das ehemals knallrote Boot wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen.

Verregnetes Rennen 

Jury Ankerstation

Die Jury der Ankerstation hatte es noch am besten. Burghard Pieske und Lasse Johannsen beurteilten die Manöver aus der Kuchenbude heraus

Das Open Race wurde von Wettfahrtleiter Felix Wagner noch bei einer Windgeschwindigkeit von vier Knoten gestartet, dann schliefen selbst die ein, und so wurde die Yardstick-Regatta schließlich abgeschossen. Ein Preis wurde trotzdem vergeben – vier Minuten nach dem Startschuss segelte Jens-Uwe Grohmann mit seiner Jeanneau Aquila "Sea-Time" als Erster über die Linie und wurde dafür mit einem Startpreis ausgezeichnet.

An den seemännischen Übungen nahmen die Yachten dann bei strömendem Regen teil. Es galt, ein Ankermanöver zu fahren, einen Anleger unter Segeln und rückwärts unter Motor in eine Box zu manövrieren. 

Heiterkeit im Vordergrund

Beate Keil – Gewinnerin der seemännischen Geschicklichkeitsspiele 2017

Beate Keil – Gewinnerin der seemännischen Geschicklichkeitsspiele 2017

Preise gab es abends dann für die bei den Übungen gezeigten Leistungen. Bauwassersegler Burghard Pieske, der während seiner zehnjährigen Weltumsegelung nur sechsmal in einem Hafen festgemacht hat, ging in seiner launigen Moderation am Abend auf die von ihm beurteilten Ankermanöver ein. Für Einwände wie dem, dass einiges Gerät wohl besser zum Quallen-Fangen geeignet sei als zum Ankern, erntete er schallendes Gelächter. 

Frauen liegen vorn

Als Siegerin der Übungen – in die Bewertung ging auch die Beantwortung eines Quiz mit ein – ging Beate Keil hervor, Eignerin der "My Own", den zweiten Platz belegte Kirsten Speck, Eignerin des Königskreuzers 33 "Misses K", und den dritten Platz errang Nele-Liann Satz, die mit ihrer Viking-Jolle "Stachel" das älteste teilnehmende Boot nach Maasholm gebracht hatte.

Fotostrecke: Garmin YACHT Modern Classics powered by Gründel 2017

Das nächste Treffen findet wieder am zweiten Septemberwochenende nächsten Jahres an der Schlei statt.

Lasse Johannsen am 11.09.2017

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