Umbau

Operation Silverrudder: die Zweitwasserung der "Black Maggy"

Wolfram Heibeck hat seinen Open 32 für die Einhand-Regatta rund Fünen auf 40 Fuß verlängert. Fotos von den Arbeiten und Eindrücke von den ersten Törns

Jochen Rieker am 15.08.2017
Umbau der "Black Maggy" von 32 auf 40 Fuß
Spezialbootsbau

Umbau der "Black Maggy" von 32 auf 40 Fuß

Er hat es geschafft! In mühevoller Freizeitarbeit hat Wolfram "Wolle" Heibeck seine "Black Maggy", eine Art Jollenkreuzer auf Steroiden, erst massakriert und dann wieder zusammengepuzzelt.

Monatelang hat der Bootsbaumeister aus Hooksiel an den Wochenenden, an den Feierabenden und nicht selten auch zwischendrin gestrakt, gesägt, gehobelt, geschliffen, geklebt und laminiert – "unter Aufbietung aller, auch der eigentlich gar nicht vorhandenen Kräfte", wie er gegenüber YACHT online einräumte. "Man stellt sich das ja immer ein bisschen einfacher vor, als es dann tatsächlich ist."

Ab war die alte Bugsektion schnell. Doch der zweite Teil der nicht nur kosmetischen Nasen-OP dauerte länger als geplant. Erst vor wenigen Tagen erlebte die von 32 auf nun 40 Fuß angewachsene Carbon-Rakete mit Neigekiel, aufholbaren Ruderblättern und Schwertern ihre Wiedergeburt.

Und was für eine!

Das schon früher spektakuläre Boot sieht jetzt noch radikaler aus. Durch die Verlängerung ist der Mast nun proportional weiter nach hinten gerutscht, ähnlich wie bei einem Open 60. Dadurch wirkt der Segelplan aggressiver, das Vorschiff leichter. Und in der Tat berührt der Vorsteven kaum noch das Wasser. Selbst an der Kreuz trägt "Black Maggy" ihre schmale Nase jetzt vergleichsweise hoch. 

"Man spürt, dass sie vorn freier ist", sagt Wolfram Heibeck. "Da ist keine Bugwelle mehr, eigentlich fast überhaupt kein Wellenbild mehr. Der Übergang zwischen Verdränger- und Gleitfahrt erfolgt quasi ansatzlos." Auch von der Leistungsfähigkeit ist der Meister begeistert. Selbst mit der alten Genua – die neue muss erst noch eingemessen und gebaut werden – überzeugt der Open 40 an der Kreuz schon in leichtem bis mittlerem Wind. 

Mindestens ebenso wichtig ist aber, dass das Handling durch die gewonnene Decksfläche und die zahlreichen Anschlagspunkte auf dem Vordeck sich vereinfacht. Der Wechsel von einer Fock auf die andere oder von Code Zero zu Gennaker wird künftig deutlich müheloser sein, zumal es – zumindest bisher – keinen Bugspriet mehr gibt.

Fotostrecke: "Black Maggy" nach der Nasen-OP

Das genau könnte der entscheidende Vorteil der neuen Konstruktion sein, wenn der Bootsbauer, Eigner und Skipper Ende September beim Silverrudder an den Start geht – diesmal dann in der Klasse der großen Kielboote. Denn dafür hat Wolfram Heibeck die ganzen Mühen des Umbaus auf sich genommen. Er will als Erster (und womöglich auf lange Sicht Einziger) mit dem gleichen Boot den Sieg bei der weltgrößten Einhand-Regatta in zwei Klassen holen. Bis 35 Fuß ist er schon Rekordhalter. Jetzt strebt er auch den Triumph bei den bis zu 40 Fuß großen Booten an. 

Vorher aber will er mit der YACHT segeln gehen, am liebsten in der Nordsee, bei Wind. Die gestreckte "Black Maggy" soll in einer der kommenden Ausgaben in der Rubrik "Das besondere Boot" vorgestellt werden. Das wäre noch so ein Doppelschlag. Die "kleine" Maggy war nämlich schon 2012 Gegenstand eines Porträts, damals noch ohne aufholbare Ruder und manche andere Feinheit, die über die Jahre dazugekommen ist. Höchste Zeit also für einen neuerlichen Besuch an Bord, sobald "Big Black Maggy" von ihrem ersten Urlaubstörn zurück ist.

Fotostrecke: Nasen-OP am Open 32 "Black Maggy"

Jochen Rieker am 15.08.2017

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