Langfahrt

Opa will es nochmal wissen

Stanley Paris ist zu seinem dritten Versuch einer Nonstop-Weltumsegelung aufgebrochen. Wenn sie gelingt, hat er den Altersrekord. Aber der ist ihm nicht genug

Uwe Janßen am 20.11.2017
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YACHT/J. Edney

Paris auf dem Vorschiff seiner ersten „Kiwi Spirit"

„Ich bin so weit. Das Boot ist komplett. Proviant ist an Bord, in Dosen, gekühlt, gefroren, getrocknet und frisch. Ersatzteile und Reparatur-Material. Alles redundant." Mit diesen Worten meldete sich der US-Amerikaner Dr. Stanley Paris startklar, und bald darauf legte er in Florida ab – zum dritten Versuch einer Nonstop-Weltumsegelung. 

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Der 79-Jährige ist immer noch topfit

2014 und 2015 war er mit dem Vorhaben gescheitert, dann habe er "ein Jahr gebraucht, um meine Wunden zu lecken“, wie er sagt. Immerhin sei ihm das Durchschwimmen des Ärmelkanals auch erst im dritten Versuch gelungen, redete er sich ein, und beschloss, auch in Sachen Weltumsegelung einen dritten Anlauf zu nehmen. Der Großvater (ausführlich porträtiert in YACHT 10/2013) nämlich hatte sich zwischendurch gedacht, er würde es jetzt nicht noch einmal wagen, trotz all seiner Erfahrung und der körperlichen und geistigen Fitness, die er mit seinen 79 Jahren immer noch hat. Damit aber würde er nicht umgehen können, die nicht wahrgenommene Chance hätte ihn für den Rest seines Lebens gequält. Also: Er musste noch einmal los, es ging nicht anders. „Aber dieses Mal“, sagt er, „ist definitiv das letzte." 

Porträt Stanley Paris Kiwi Spirit_KA20170426_0914

Die "Kiwi Spirit II" ist leicht und wirkt aufgeräumt und durchdacht

Falls er den Törn mit der 17 Meter langen, eigens für dieses Projekt bei Knierim in Kiel gebauten ”Kiwi Spirit II“ (Das besondere Boot in YACHT 14/2017) übersteht, wäre Paris 80 Jahre alt und würde den Japaner Minoru Saito als Methusalem der Einhand-Weltumsegler ablösen. Aber das ist ihm nicht genug. Zugleich peilt er einen weiteren Rekord an, nämlich die Runde von und nach Bermuda in weniger als jenen 150 Tagen und 6 Stunden, die sein Landsmann Dodge Morgan 1986 für diese Schleife benötigte. 

Porträt Stanley Paris Kiwi Spirit_KA20170426_1353

Aus dem Rigg wird deutlich, wie breit das Boot achtern ist und wie weit der Dodger über das Cockpit reicht

Deshalb ist Paris nach dem Start in St. Augustine zunächst auf Generalkurs West gegangen, Bermuda vorm Bug. Dort erst beginnt dann Phase zwei seines Abenteuers. Dessen Fortgang können Sie hier am Tracker verfolgen.

Alle Hintergründe des Projekts beschreibt der agile Senior auf seiner Homepage www.stanleyparis.com.

Fotostrecke: KIWI SPIRIT-2

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Uwe Janßen am 20.11.2017

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