Blauwasser

Nordwestpassage: Cornell will's wissen

2014 war Jimmy Cornell gescheitert, den Seeweg nördlich von Kanada in Ost-West-Richtung zu befahren. Nun versucht er es in der Gegenrichtung

Pascal Schürmann am 29.06.2015
Aventura IV im Eis

Cornells "Aventura IV" 2014 vor der Küste Westgrönlands

Am Wochenende hat die "Aventura IV" von Langfahrt-Ikone Jimmy Cornell die Westküste Kanadas verlassen und Kurs auf Dutch Harbor auf den Aleuten genommen. Von dort soll die Reise in den kommenden Wochen weitergehen, Ziel ist, die Nordwestpassage zu befahren. 

Das hatte Cornell bereits im vergangenen Sommer versucht. Allerdings musste er seinen Plan nach wochenlanger Wartezeit vor der grönländischen und nordwestkanadischen Küste aufgeben, da das Eis den Weg nicht freigab.

Aventura IV im Eis

Jimmy Cornell am Steuer seiner "Aventura IV"

Cornell war daraufhin die US-Ostküste hinabgesegelt und durch die Karibik und den Panamakanal in den Pazifik gelangt. Eigentlich hatte er weiter in die Südsee gewollt, um dort die Teilnehmer der von ihm veranstalteten Blue Planet Odyssey zu treffen. Doch familiäre Probleme daheim in England hatten diesen Plan kurzfristig durchkreuzt.

Cornell machte das Beste daraus. Während er selbst für einige Zeit in die Heimat zurückkehrte, ließ er sein Boot nach British Columbia/Westkanada verschiffen. Von dort aus nun will er die Nordwestpassage erneut in Angriff nehmen.

Die Chancen, dass sein Vorhaben diesmal gelingt, stehen nicht schlecht. In West-Ost-Richtung ist die Passage einfacher befahrbar – sofern man angesichts der frostigen Herausforderung denn überhaupt von einfach reden kann – als in umgekehrter Richtung. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass das Eis in der Passage zuerst in deren Westteil schmilzt und dann nach und nach den Weg gen Osten freigibt.

Aventura IV im Eis

Rechts im Bild die "Aventura IV" in Victoria vor der Küste Westkanadas. Auf der Stegseite gegenüber liegt zufällig ebenfalls eine Garcia, wenn auch älteren Datums, die noch dazu einen Eigner hat, der wie Jimmy Cornell ungarischer Abstammung ist

Yachten, die nach Osten durch die Passage fahren, können also früher starten und laufen nicht so sehr Gefahr, auf halbem Weg im Packeis stecken zu bleiben und dann unter Umständen in der Arktis überwintern zu müssen. Doch selbst dafür wäre Cornell mit seinem Boot, einer Aluminiumyacht vom Typ Garcia 45 Exploration (Baunummer 1), bestens gerüstet.

Irgendwo unterwegs vor der nordkanadischen Küste könnte es dann sogar zu einer ungewöhnlichen Begegnung kommen. Denn in Gegenrichtung, also von Grönland aus, will eine andere Fahrtenseglercrew ebenfalls in diesem Sommer die Nordwestpassage in Angriff nehmen. Ihr Schiff: die "Arctic Monkey", Baunummer 2 der Garcia 45 Exploration!

Pascal Schürmann am 29.06.2015

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