Dehlya Refit-Blog, Woche 68

Mittelmann schafft unter Deck unverrückbare Tatsachen

Die Zeit des Ruckelns und Rückens, des Maßnehmens und Maßhaltens ist vorbei. Jetzt stehen die Einbauten an ihrem Platz – und da bleiben sie auch in schwerer See

Jochen Rieker am 05.03.2018
Innenansichten vom Refit der Dehlya 25 auf der Mittelmann's Werft
Mittelmann's Werft/B. Teichmann

Man könnte fast meinen, es sei kaum etwas geschehen. Sah die Dehlya 25 unter Deck nicht schon vor Wochen genauso aus wie jetzt? Hm, ja – auf den allerersten Blick vielleicht. Tatsächlich aber hat sich Entscheidendes getan. Nun gibt es kein Zurück mehr!

Während ganz Deutschland unter Kälteschock stand, Flensburg und Lübeck in Schnee versanken, Meister Hein Grippe-bedingt das Bett hütete, beendeten Thilo und Paul von der Mittelmann's Werft entschlossen die Phase des Tüftelns und Probierens. Mit einem beherzten Griff zu Glasfasermatte, West-System-Epoxid und Abreißgewebe fixierten sie jene Ausbaumodule, die sie zuvor geschnitten und gebogen, gestrakt und ausgeklinkt hatten. 

Fotostrecke: Dehlya 25 Refit: Jetzt wackelt nix mehr am neuen Ausbau

Es kann einem dabei der berühmte Satz von Apollo-11-Kommandant Neil Amstrong in den Sinn kommen, der nach seinem historischen Spaziergang auf dem Mond sagte: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit."

Na gut, wir sollten nicht pathetisch werden. Ganz so einschneidend war das Ereignis ja nicht. Und doch ist in der Bootsbauhalle an der Schlei im Kleinen etwas Epochales geschehen: Der Ausbau ist nun gewissermaßen besiegelt! 

Durch die Laminatstreifen, welche die neuen Einbauten mit der alten Rumpfschale untrennbar verbinden, hat das Dehlya-Duo das Gestaltungs-Konzept jedweder Launenhaftigkeit entrissen. Wollten wir künftig noch etwas ändern, müsste man schon arg grob werden. Denn irgendwie hängt jetzt alles mit allem zusammen. 

Die Salonbänke sind mit den alten Aufnahmen und dem Rumpf verklebt, der Abschluss der verlängerten Doppelkoje mit dem Boden und dem Kielkasten, das neue Schwalbennest mit dem Ankerkasten. Das bringt, zum einen, zusätzliche Festigkeit in die Verbände. Zum anderen sorgt es dafür, dass die ohnehin schon außerordentlich belastbaren Leichtbau-Möbel künftig jeder Flashmob-Party standhalten. 

Schon als die Längssofas nur lose im Schiff standen, verkrafteten sie reglos drei Mann pro Seite. Wie viel mehr sie inzwischen tragen, mag man sich kaum vorstellen. Jedenfalls wird es unserem Bötchen nach dem Refit nicht an Substanz mangeln.

Die Bänke haben bereits große Öffnungen bekommen, durch welche sie mit Staugut befüllt werden können. Irgendwo müssen wir ja das durch den Ausbau mit leichten DuFlex-Platten eingesparte Gewicht wieder unterbringen – warum also nicht mit einer veritablen Bordbar...?!! 

Worüber wir noch rätseln, ist der Ausschnitt achtern. Wo wir bisher runde Öffnungen für die Drehsesselchen erwartet hatten, ist jetzt eine Schräge zu sehen. Was es damit auf sich hat, klären wir beim nächsten Besuch auf der Mittelmann's Werft.

Unterdessen können wir eine weitere Innovation ankündigen: Die Stromversorgung der Dehlya wird über ein LPS-System von Leab erfolgen. Das Kürzel steht für Lithium Power Supply und kombiniert den Funktionsumfang von Landstromanschluss, Batterielader, Verbraucher-Batterie und Inverter in einer kompakten Einheit. Die wurde ursprünglich für den mobilen Einsatz unter anderem in Wohnmobilen entwickelt und inzwischen marinisiert. 

Es ist insbesondere für kleinere Yachten eine hoch interessante Lösung, da sie viele Einzelkomponenten ersetzt, wenig Platz braucht, die Verkabelung massiv vereinfacht und obendrein weniger wiegt als ein herkömmliches Bordnetz. Ein Dummy des Gerätes half, den perfekten Einbauort zu finden: Die LPS kommt in den "Maschinenraum" unterm Cockpitboden, wo früher der Einbaudiesel Platz gefunden hätte. Dort stehen auch die beiden Torqeedo-Akkus für den Elektro-Pod-Antrieb. 

Jochen Rieker am 05.03.2018

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