Robotik

Minis autark auf Regattakurs

Eine recht spezielle Weltmeisterschaft auf der Wakenitz: Am Ruder sitzen keine Menschen, Computer steuern Boote zwischen 0,5 und 4 Metern

Olaf Schmidt am 18.08.2011
Roboterboot

Ohne Besatzung: Die Roboterboote müssen allein ihren Weg zum Ziel finden

Das Ziel ist ehrgeizig: Am vorläufigen Ende der Entwicklung sollen computergesteuerte, völlig autarke Segelfahrzeuge eine Atlantiküberquerung hinlegen. Doch so weit ist noch keines der Teams, die diese Woche in Lübeck ihre Kreationen vorstellen. Die Wakenitz wurde unter anderem ausgewählt, weil sie ein recht geschütztes Revier ist. Immerhin sind die Teilnehmer der kleinsten Klasse gerade mal einen halben Meter lang. Die Anforderungen an so ein Fahrzeug sind trotzdem hoch. Schließlich genügt es nicht einfach, den Autopiloten auf den zu steuernden Kurs zu programmieren. Der Computer an Bord muss richtig segeln, also wie ein echter Skipper die einzelnen Strecken und Manöver nach dem vorhandenen Wind planen. 

Roboterboot Micro

53 Zentimeter lang, Basis ist ein Bausatz: Teilnehmer in der Micromagic-Klasse

In diesem Jahr treten 16 Teams aus sechs Nationen gegeneinander an. Allerdings ist die Stimmung etwas anders als bei menschengesteuerten Regatten. Luvkämpfe Boot gegen Boot wird man hier nicht erleben, dafür rechnen die Computer an Bord zu emotionslos. Auch wird selten direkt Boot gegen Boot gesegelt. Auf den Kursen geht es vielmehr darum, Wegepunkte genau zu erreichen, Tore aus Tonnen zu passieren oder einfach nur eine vorgegebene Position möglichst exakt zu halten. Muss ein Teilnehmer besonders schwierige Aufgaben meistern, fiebern alle mit: Der Erfahrungsaustausch zwischen den Teams ist ein wesentlicher Bestandteil der Meisterschaft. 

Gestartet wird in drei Klassen. Micromagic ist sozusagen eine Einheitsklasse, sie basiert auf dem gleichnamigen Fernsteuer-Modell von Graupner. Mit diesen kleinen und günstigsten Schiffen können auch finanziell weniger gut ausgestattete Teams – oder Einzelpersonen – erfolgreich einsteigen. 

Roboterboot Microtransat

Einer der größten Teilnehmer ist die Yacht von Roboat.at. Sie soll später den Atlantik bezwingen

In der Sailboat-Klasse dürfen die Yachten maximal zwei Meter lang sein, in der Gruppe Microtransat maximal vier Meter. Letztere müssen auch eine autarke Energieversorgung aufweisen, beispielsweise durch Solarzellen oder Windenergie – schließlich gibt es bei der später angestrebten Atlantiküberquerung keine Ladestationen für die Akkus.

 Aktuelles von der Veranstaltung unter http://www.wrsc2011.org/

Olaf Schmidt am 18.08.2011

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