Abenteuer

Laura Dekker verschiebt Weltumsegelung

Die Welt kann warten – die 14-jährige Holländerin möchte ihr Schuljahr beenden und dann im Frühjahr ablegen

Johannes Erdmann am 27.10.2009

Laura Dekker bleibt in der Schule

Noch bevor das endgültige Gerichtsurteil feststeht, verkündete Dekker gestern in einer Fernsehsendung, dass ihre Reise vorerst aufgeschoben ist: "Es ist schon zu spät im Jahr, um noch loszusegeln."

Das Gericht hatte sie im August unter gerichtlichen Schutz gestellt, um ihre Abfahrt zur Weltumsegelung zu verhindern. Bei der Gerichtsanhörung am gestrigen Montag wurde als Termin zur Urteilsverkündung der kommende Freitag um 10 Uhr morgens genannt. Dann soll sich entscheiden, ob Dekker die Erlaubnis bekommt.

Obgleich sowohl sie als auch ihr Vater sehr zuversichtlich sind, sprachen sich einige Jugendschützer erneut gegen ihre Reisepläne aus. "Ein 14-jähriges Mädchen ist einfach noch nicht reif und erfahren genug, um einen Schlafrhythmus von 20 Minuten über einen längeren Zeitraum durchzuhalten, wie es eine Weltumsegelung erfordert", sagte ein Sprecher den "Dutch News".

Lauras Anwalt Peter de Lange entgegnete jedoch, dass Laura kein gewöhnliches Mädchen ist: "Sie ist ein Topathlet, und es ist wichtig, dass das in dem Beschluss berücksichtigt wird."

In den vergangenen Wochen wurde Laura diversen psychologischen Tests unterzogen. Außerdem musste sie eigenständig einen Notfall-Plan für die Reise entwerfen, der mit den anderen Untersuchungsergebnissen in das 35-seitige Dossier eingeht.

Kurz nach der Anhörung war Laura gestern zu Gast in einer Jugendsendung im niederländischen Fernsehen. Dort erzählte sie, dass sie die Reise frühstens im Frühjahr beginnen würde, weil jetzt bereits zu stürmisches Wetter herrscht, um durch den Englischen Kanal und durch die Biskaya in den Atlantik zu gelangen. Außerdem möchte sie zuvor das Schuljahr abschließen.

Eine Sprecherin der Familie erwähnte, dass Laura bereits unzählige Angebote von Filmproduzenten bekommen habe, die ihr Abenteuer begleiten und in Buch- und DVD-Form veröffentlichen wollen. Auch war im Gespräch, die Reise durch diverse an Bord montierte Kameras zu einer Reality-Show zu machen. Die Sprecherin versicherte dem holländischen "Telegraaf", dass Laura noch kein Angebot angenommen habe, während der "NRC" behauptet, dass sie die Reise verfilmen werden.

Neben den Medien boten aber auch viele Privatpersonen ihre Unterstützung an. Etwa durch Hotelzimmer entlang der Route. Aber auch ein erfahrener Segler stellte sich samt Boot als Begleitung zur Verfügung, um in den Häfen an ihrer Seite zu sein, damit sie die Erlaubnis vom Familiengericht Utrecht bekommt.

Nun wartet alles gespannt auf den Gerichtsentscheid am kommenden Freitag. Dann wird sich entscheiden, ob die 14-jährige überhaupt in See stechen darf.

Johannes Erdmann am 27.10.2009

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