Hochsee-Abenteuer

Im Starboot über den Atlantik

Der Italiener Dario Noseda ist zum Transatlantiktörn im Star aufgebrochen. Er ist derzeit bei weitem nicht der einzige Solosegler in sehr extremer Mission

Kristina Müller am 15.11.2017
Daior Nodesa Starboot Atlantik Teneriffa 2017 PR__2
STARinOCEANO

Klingt nur verrückt, oder ist es auch? Das Verlangen nach Extremtörns scheint bei einigen Einhandseglern derzeit groß zu sein: Neben Alain Maignan, der auf seiner Jeanneau 34 nonstop gegen den Wind um die Welt segelt, und Szymon Kuzcynski – einhand auf einer Maxus 22 auf Weltumsegelung – sind jüngst zwei weitere Segler im Abenteuermodus aufgebrochen: Der Italiener Dario Noseda will allein im Startboot über den Atlantik segeln, der US-Amerikaner Randall Reeves rund um die Antarktis und Gesamt-Amerika.

Dario Noseda: im Starboot über den Atlantik

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sei er gewesen, berichtet der Starbootsegler Dario Noseda auf seiner Webseite. Sein Revier war bisher der Comer See, vor wenigen Tagen ist er nun aber in seinem knallorangefarbenen Starboot zu einem Törn ganz besonderen Kalibers aufgebrochen: In 25 bis 30 Tagen will er Nassau auf den Bahamas erreichen, gestartet ist er auf Teneriffa.

Dario Nodesa Starboot Atlantiküberquerung 2017 PR_STARinOCEANO 1

Dario Noseda auf seinem Star "Pa2sh"

Noseda möchte der erste Segler sein, der den Atlantik mit einem Starboot überquert. Er hat das Rigg seiner "Pa2sh" modifiziert, Autopilot und Solarzellen an Bord sowie Fertiggerichte und Trockenobst. Folgen kann man ihm auf Marinetraffic

Randall Reeves: Rund Antarktis und Amerika

Figure8voyage Moli Randall Reeves 2017 PR_Lamber-F8-Route-BIG

Die geplante Reiseroute von Randall Reeves

"Figure 8 Voyage" nennt der Amerikaner Randall Reeves, langjährige Segler, sein Projekt in Anlehnung an den Kurs einer Acht, die er mit seinem Kielwasser auf den Globus schreiben will. Gestartet ist er Anfang Oktober an der US-Westküste. Seine Route führt ihn erst nach Süden in den Southern Ocean und rund um die Antarktis, dann in den Hohen Norden: Geplant ist die Noordwestpassage. Er will die Seegebiete im jeweiligen Sommer erreichen, um schwere Stürme zu umgehen. Rund 40.000 Seemeilen liegen vor ihm, er plant, etwa ein Jahr unterwegs zu sein.

Kurzfilm zu Reeves' Projekt. "Die Regeln sind einfach", sagt er über seinen Extremtörn: "Auf Kurs bleiben, an Bord bleiben, nicht untergehen"

Auf dem Erfahrungsschatz-Konto hat Reeves bereits 12.000 Seemeilen im Pazifik und eine Nordwestpassage als Crewmitglied. Sein Schiff stammt voni Dübbel und Jesse auf Norderney, ebender Werft, die auch Wilfried Erdmanns "Kathena nui" gebaut hat. Und wie die wohl bekannteste deutsche Langfahrtyacht, hat auch Reeves' 41-Fuß-Alu-Slup "Moli" schon einmal bewiesen, dass sie derartige Reisen gut übersteht: Der deutsche Blauwassersegler Clark Stede umsegelte mit ihr in den frühen neunziger Jahren, damals noch als "Asma", Nord- und Südamerika. Der zweite Eigner umrundete mit ihr die Welt – einhand, nonstop. Die Nordwestpassage und Kap Hoorn hat "Moli" also schon mehrfach im Kielwasser.  

Figure8voyage Moli Randall Reeves 2017 PR_TaonuiInAction

Reeves' Aluslup "Moli" hat als "Asma" schon mit dem deutschen Clark Stede extreme Reviere besegelt

Ein Erlebnis, das Reeves schon in jungen Jahren seglerisch inspiriert haben soll, war ein Interview, das er für seinen Schulradiosender mit Bernard Moitessier geführt hat – und das offensichtlich nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.

Tracker Randall Reeves

Alain Maignan: nonstop gegen den Wind

Der pensionierte Postbote aus Frankreich befindet sich mit seiner Jeanneau 34 "Schouten" auf Südkurs vor der brasilianischen Küste. Von seinem ersten Meilenstein Kap Hoorn trennen ihn damit noch rund 2000 Seemeilen. Maignan ist Anfang Oktober zur Solo-Nonstop-Weltumsegelung von Ost nach West gegen den Wind aufgebrochen.

Tracker Alain Maignan

Szymon Kuczinsky: auf 22 Fuß nonstop rundum

Land in Sicht hatte vor kurzen der polnische Extremsegler Szymon Kuczynski, als er auf etwa 46 Grad Süd die Crozet-Inseln im Indischen Ozean passierte. Der 37-Jährige befindet sich seit Anfang September auf einer Nonstop-Weltumsegelung mit dem Wind auf seiner modifizierten Maxus 22 – die mit nur 6,36 Metern sogar noch kürzer ist als der Star des Italieners Noseda.

Tracker Szymon Kuczynski  

Kristina Müller am 15.11.2017

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online


Gebrauchtboote der Woche