Blue Planet Odyssey

Gefangen im Eis der Arktis

Jimmy Cornell steht mit "Aventura IV" am Tor zur Nordwestpassage. Doch die ist noch von Eis blockiert. Allmählich aber wird die Zeit knapp

Pascal Schürmann am 06.08.2014
Aventura im Eis

Eisfahrt: Jimmy Cornells "Aventura IV" am Tor zur Nordwestpassage

Harte Geduldsprobe für Jimmy Cornell und seine Crew an Bord der "Aventura IV". Später als erhofft scheint sich in diesem Sommer das Eis aus der Nordwestpassage zurückzuziehen. Ein erster Versuch, von Grönland aus entscheidend gegen Nordwesten Richtung kanadischer Nordküste vorzudringen, scheiterte. Nach wenigen Meilen geriet die Yacht in dichte Treibeisfelder. Die erste Bewährungsprobe für die Segler und auch für das Schiff, eine brandneue Aluyacht vom Typ Garcia 45 Exploration.

Am Ende des Tages blieb Cornell nichts anderes übrig, als den Rückzug anzutreten. Gemeinsam mit einer weiteren Teilnehmeryacht seiner Blue Planet Odyssey (YACHT online berichtete) wartet man nun in einer eisfreien Bucht darauf, dass der Weg durch die Nordwestpassage befahrbar wird.

Aventura im Eis

Eisfahrt: Jimmy Cornells "Aventura IV" am Tor zur Nordwestpassage

Für gewöhnlich hat sich in den vergangenen Jahren das Eis aus dem Wasserweg durch die Inselwelt nördlich des kanadischen Festlands Ende Juli zurückgezogen. Momentan jedoch blockieren massive Schollen die Passage.

Schlimmstenfalls droht ein Winter im Eis

Viel Zeit bleibt den Seglern indes nicht mehr. Denn etwa ab Anfang September bildet sich beginnend am Westausgang der Passage bei Alaska bereits wieder das neue Eis des kommenden Winters. Bis dahin muss die Strecke absolviert sein. Andernfalls droht man, unterwegs eingeschlossen zu werden. Die Folge wäre eine Überwinterung auf dem Schiff im arktischen Winter.

Aventura im Eis

Eisfahrt: Jimmy Cornell mit seiner "Aventura IV" auf dem Weg zur Nordwestpassage

Keine Frage, die "Aventura IV" wäre dafür gerüstet. Doch würde solch eine lange Zwangspause den Zeitplan der Weltumsegelung gehörig durcheinanderwürfeln. Daher könnte es auch möglich sein, dass sich Cornell gezwungen sieht, sein Vorhaben abzubrechen und statt durch die Nordwestpassage den Weg gen Karibik und von dort weiter durch den Panamakanal anzutreten, um auf diese Weise in den Pazifik zu gelangen.

Aventura im Eis

Eisfahrt: Jimmy Cornell mit seiner "Aventura IV" auf dem Weg zur Nordwestpassage

Mit der "Aventura IV"-Crew warten momentan zwei weitere Crews auf ihren Schiffen auf das Freiwerden der Nordwestpassage. Eine davon, die "Sulivan", nimmt ebenfalls an Cornells Blue Planet Odyssey teil und begleitet die "Aventura" bereits seit einigen Wochen (siehe Karte).

Überraschender Besuch in der Arktis

Zusätzlich stieß völlig überraschend vor wenigen Tagen eine dritte Yacht zu dem Duo hinzu: Es ist die "Drina" des Australiers Michael Thurston. Der war erst Ende letzten Jahres mit der ebenfalls von Jimmy Cornell ausgerichteten Atlantic Odyssey in die Karibik gesegelt und hatte sich gedacht, warum weiter durch den Panamkanal segeln, wenn der Weg "oben herum" durchs Eis doch ungleich spannender ist. So hatte Thurston kurzerhand beschlossen, Cornell in der Arktis mit seinem Besuch einfach mal zu überraschen. Das ist ihm trefflich gelungen.

Aventura Track

Track der "Aventura IV" und der "Sulivan"

Wie es weitergeht, ist derzeit aber also ungewiss. Cornell nimmt es gelassen. Er sagt: "Geduld ist das Passwort fürs Segeln in den Hohen Breiten."

Pascal Schürmann am 06.08.2014

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