Blauwasser

Erste ARC-Yachten auf St. Lucia

„Med Spirit“ querte als erste, dicht gefolgt von „Rayon Vert“, die Ziellinie. Der alte ARC-Streckenrekord wackelte, hielt am Ende aber

Pascal Schürmann am 02.12.2011
ARC 2011 Med Spirit im Ziel

Line Honours für "Med Spirit". In der Nacht erreichte der Supermaxi das Ziel St. Lucia

Die Uhr blieb bei elf Tagen, 14 Stunden, neun Minuten stehen, als der unter russischer Flagge segelnde, imposante 92-Fuß-Super-Maxi “Med Spirit“ diese Nacht die Rodney Bay im Norden St. Lucias erreichte. Der 2006 von der „Capricorno“ unter dem italienischen Skipper Rinaldo del Bono aufgestellte Rekord bleibt damit für mindestens ein weiteres Jahr gültig. Rund achteinhalb Stunden fehlten den Russen am Ende, um ihn zu knacken. Auf den letzten Meilen hatte es an den entscheidenden zwei, drei Knoten mehr Wind gefehlt.

ARC 2011 Med Spirit

Die jubelnde Crew der "Med Spirit" nach dem Zieleinlauf

Trotzdem gab es für die „Med Spirit“-Crew allen Grund zum Jubeln. Denn das Rennen über den großen Teich war zumindest für die Teilnehmer in den Open- und den Racing-Klassen von Beginn an spannend. Daran änderte sich elf Tage lang auch nichts. So waren die Russen kaum im Ziel, da bog auch schon der nächste Racer um die Landzunge: der 50-Fuß-Highspeed-Trimaran „Rayon Vert“ des französischen Transatlantikveterans Alain Delhumeau.

ARC 2011 Rayon Vert

"Rayon Vert"

Die Tracker-Bilder zeigen, was für ein packendes Downwind-Halsenduell sich beide Crews bis zum Schluss geliefert haben. Matchrace über den Atlantik sozusagen, über eine Distanz von gut und gerne 2700 Seemeilen!

ARC Tracker

Die Positionen der Führenden am Donnerstag, 12 UTC. Unten nahe Barbados die "Med Spirit", dicht gefolgt vom Tri "Rayon Vert". Weiter oben und näher an der Ideallinie (rot) die "Rothmans" und ganz im Norden der Kat "Phaedo"

Das Nachsehen hatten der unter schwedischer Flagge segelnde Classic-Whitbread-Maxi “Rothmans” von Bob Erixson sowie das Gunboat 66 „Phaedo“, ein Rennkatamaran aus den USA von Paul Hand. "Phaedo" hat soeben das Ziel erreicht, die "Rothmans" folgt in den kommenden Minuten.

ARC 2011 Phaedo

"Phaedo"

ARC 2011 Rothmans

"Rothmans"

Während die ersten Crews schon das erste Bier an Land genossen, hatte das Gros des Feldes gerade mal ein bis zwei Tage zuvor Bergfest gefeiert. Dennoch ist die Stimmung an Bord der insgesamt über 200 Teilnehmeryachten sehr gut. Kein Wunder, herrschen in diesem Jahr doch ideale Windbedingungen. Seit dem Start weht der Nordostpassat nahezu ohne Unterlass beständig zwischen 12 und 20 Knoten. Lediglich die tropische Hitze macht einigen Seglern zu schaffen.

ARC Tracker

Die Positionen der gesamten ARC-Flotte am Donnerstag, 12 UTC. Während vorn die Yachten nur noch 100 sm bis zum Ziel haben, ist für das Gros des Feldes gerade mal die Hälfte geschafft. Zwischen den vier Führenden und dem Feld liefert die nur 40 Fuß große "Vaquita" (blau gefärbt mit Krone) ein beeindruckendes Rennen ab

Während die Mehrzahl der Crews also noch ein paar Tage wird auf See verbringen müssen, zeichnet sich der nächste Zieleinlauf bereits ab. Und der ist fast noch bemerkenswerter als die rasche Ankunft der megalangen Yachten. Es ist die “Vaquita” des Österreichers Christof Petter.

Die „Vaquita“ ist eine "nur" 40 Fuß große Rennyacht vom Typ Akilaria. Allein in ihrer Gruppe tummeln sich bis zu 16 Fuß größere Swans und X-Yachten. Dennoch hat sie sich gegenüber dem gesamten Rest des Feldes, in dem auch mehrere Dutzend große Multihulls mitsegeln, einen Vorsprung von über 250 Seemeilen erarbeitet. Momentan hat sie noch knapp 100 Seemeilen vor dem Bug.

ARC 2011 Vaquita

"Vaquita" (ganz links beim Start der ARC 2011)

Der große Vorsprung kommt nicht von ungefähr. An Bord der "Vaquita" befindet sich nämlich auch Segelprofi Andreas Hanakamp, der 2008 das Team Russia im Volvo Ocean Race skipperte und der schon während des Flautenpokers bei der vergangenen ARC eindrucksvoll sein Können unter Beweis gestellt hatte.

Andreas Hanakamp

Andreas Hanakamp segelt auf "Vaquita"

Wer am Ende in den einzelnen Klassen und über alle Klassen nach berechneter Zeit den Bug vorn hat, wird sich erst in den nächsten Stunden und Tagen entscheiden. Die "Vaquita" beispielsweise hat noch Chancen, nicht nur in der Racing-Division A, sondern über alle Racing-Divisionen über alles den ersten Platz zu erringen. Es bleibt also spannend.

Hier geht’s zum Live-Tracker und hier zur Seite des ARC-Veranstalters, des britischen World Cruising Club.

Pascal Schürmann am 02.12.2011

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