Windjammer

Die "Peking" kommt nach Hamburg

Der Bund hat die Mittel zur Rettung bewilligt. Und die Stiftung Hamburg Maritim hat zugesagt, die Restaurierung zu übernehmen

Lasse Johannsen am 02.05.2016
Bark Blohm&Voss Flying P-Liner Peking New York 2013 Everke_The Peking-57

Der Flying-P Liner "Peking" kehrt in seinen Heimathafen zurück. Das verkündete Nikolaus H. Schües, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Hamburg Maritim, heute erstmals öffentlich in der Hansestadt. Das Kuratorium habe auf seiner letzten Sitzung den Antrag des Stiftungs-Vorstandes, die Viermastbark vom New Yorker South Street Seaport Museum zur Restaurierung zu übernehmen, einstimmig gebilligt.

Bundesmittel zugesagt

Dem Beschluss war die Zusage finanzieller Mittel durch den Haushaltsausschuss des Bundestages vorausgegangen. Eine Zuwendung in Höhe von 120 Millionen Euro soll durch das Bundesministerium für Kultur und Medien bereitgestellt werden. Aus den Mitteln soll der Aufbau des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg bestritten werden. In dieser Summe enthalten sind bis zu 26 Millionen Euro für die Rückholung und Restaurierung der "Peking".

Dass die Summe ausreicht, gehe aus einem Gutachten hervor, das als Grundlage der Beschlussfassungen angefertigt worden war. Mit den Mitteln soll das Schiff unterhalb der Wasserlinie nach den Original-Plänen neu gebaut und mit dem historischen Original über Wasser zusammengeschweißt werden.

In Teilen muss neu gebaut werden

"Unter Wasser ist das Schiff quasi nicht mehr da", sagt Joachim Kaiser, als Vorstand der Stiftung Hamburg Maritim federführend mit dem Projekt betraut. Die Stahlplatten seien papierdünn, das Schiff sei durch eine Betonummantelung schwimmfähig. "Aber alles, was bei realistischer Betrachtung erhalten werden kann, wird bei der Restaurierung auch erhalten", so der Experte für historische Schiffe, der das Schiff bereits im Jahr 2008 begutachtet hat.

Das war nach einem bewegten Leben als Frachtschiff, Schulschiff und Militärunterkunft im Jahr 1974 zum South Street Seaport Museum nach New York gekommen. Dort scheut man nun die Kosten für die dringend anstehenden Sanierungsarbieten. In der YACHT wurde 1976 anschaulich beschrieben, wie das nur mit einem Fotografen bemannte Schiff transatlantik nach New York auf seine wohl letzte Reise auf eigenem Kiel ging – zurück nach Hamburg kommt es per Dock-Schiff.

"Peking" bleibt Museum

Ihren langjährigen Dienst als Anschauungsobjekt wird sie in Hamburg weiter verrichten. Die "Peking" soll nach Transport und Fertigstellung in das Eigentum des Hafenmuseums übergehen. Genaueres wisse man hingegen noch nicht. Wann der Transport stattfinden kann, welche Werft betraut wird, wie die Arbeiten an der "Peking" auszuführen sind, das gelte es jetzt auszuloten. Auch, wo genau das neue maritime Wahrzeichen der Elbmetropole am Ende liegen und wo das Hafenmuseum einziehen wird, sei noch zu entscheiden.

Lasse Johannsen am 02.05.2016

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