Blauwasser

Dekker: Start mit Schwierigkeiten

Laura Dekker ist zum Solotörn um die Welt aufgebrochen. Ihren Starthafen musste sie kurzfristig ändern

Pascal Schürmann am 24.08.2010

Es sei ihr alles zu viel geworden – zu viele Touristen, zu viele Presseleute, zu viele Menschen, die Bilder von ihr und ihrem Boot machen wollten. Die 14-jährige Niederländerin Laura Dekker flüchtete kurzentschlossen nach Gibraltar.

Während im portugiesischen Portimao zahlreiche Fernsehteams, Journalisten und Schaulustige auf Dekkers offiziellen Start zu ihrer heftig umstrittenen Einhandsegelreise um die Welt warteten, fuhr die 14-Jährige am vergangenen Samstag unbemerkt von den Massen von der britischen Exklave aus los. Erstes Ziel sind die Kanaren. Die Hälfte des Weges dorthin hat sie bereits hinter sich.

Es gehe ihr gut, sie sei glücklich, endlich frei zu sein, schreibt sie in einer kurzen Notiz in ihrem Internetblog. Einen ersten Anflug von Seekrankheit habe sie auch schon hinter sich.

In Etappen will Dekker die Welt umsegeln. Schafft sie es, wäre sie die Jüngste, die solch eine Reise absolviert hätte. Von einer Rekordfahrt, wie der Törn von Dekker und ihrem Team in der Öffentlichkeit verkauft wird, kann aber kaum die Rede sein. Erstens ist für ein solches Vorhaben kein offizieller Rekord ausgeschrieben. Geschweige denn, dass ihre Fahrt von irgendeiner offiziellen Instanz beobachtet oder gar kontrolliert würde.

Darüber hinaus erhält Dekker umfangreiche Unterstützung von ihrem Landteam. In jedem Hafen wird sie von ihrem Vater oder anderen Teammitgliedern erwartet — schon, weil sie in vielen Ländern als 14-Jährige gar nicht alleine unterwegs sein dürfte.

Auch wird sie wohl nicht nur ausschließlich segeln, sondern den Motor ihrer Yacht immer dann starten, wenn es ihr angezeigt erscheint. So zum Beispiel in den vergangenen Tagen auf dem Weg zu den Kanaren. Begründung: zu wenig Wind.

Schließlich ist schwer vorstellbar, dass sie bestimmte Passagen, wie etwa den Panamakanal, alleine wird bewältigen können beziehungsweise dürfen.

Was bleibt, ist eine Segelreise eines jungen Mädchens von Hafen zu Hafen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob das seitens der Eltern und der zuständigen Jugendbehörden verantwortbar ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Die Familiengerichte in den Niederlanden, die die Reise lange Zeit blockiert hatten, gaben jedenfalls zuletzt dann doch grünes Licht für das Vorhaben.

Pascal Schürmann am 24.08.2010

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