Hochseesegeln

Abenteuer "Southern Ocean"

Die "Haspa Hamburg", Ausbildungsyacht des Hamburgischen Vereins Seefahrt, hat nach dem Sydney Hobart Race Kurs auf Kap Hoorn genommen

Lasse Johannsen am 12.02.2016
Start zum Sidney-Hobart-Race

Start zum Sidney Hobart Race

Nach der Teilnahme an der Regatta Sydney-to-Hobart ist die aus erfahrenen Hochseeseglern und Jugendlichen bestehende Besatzung der "Haspa Hamburg" zur Southern Ocean Challenge ausgelaufen. Diese außergewöhnliche Ausbildungsreise führt die Yacht derzeit nach einem Zwischenstopp auf Neuseeland durch das Meer rund um den antarktischen Kontinent.

"Es geht um Eis- und Wellenberge, Albatrosse und nicht zuletzt Kap Hoorn, die Südspitze des amerikanischen Kontinents. Träume, die nur wenige Segler in ihrem Leben realisieren können," so die Initiatoren über das ambitionierte Projekt.

Als nächster Hafen soll nach der anstehenden Rundung des berüchtigten Kap Hoorn das argentinische Ushuaia angelaufen werden. Von dort geht es im März weiter nach Buenos Aires, von wo aus weitere Touren geplant sind, bevor die Haspa Hamburg zu den Olympischen Sommerspielen nach Rio aufbricht. Anschließend ist die Teilnahme an der internationalen offenen Hochseeregatta von Rio über die Azoren nach Hamburg geplant, die der Segelclub Rhe ausrichtet.

Die Crew der Haspa Hamburg um den Skipper Dirk Harenberg

Die Crew um den Skipper Dirk Harenberg

Live-Berichterstattung von Bord

Die Öffentlichkeit kann an den Erfahrungen der Hochseesegler teilhaben. Die Position der "Haspa Hamburg" übermittelt ein Tracker, und die Besatzung schickt regelmäßig Berichte und Bilder von Bord, die auf der Internetseite des Vereins veröffentlicht werden.

Dort freut sich die Crew im letzten Eintrag über gute Bedingungen, nachdem der Start dieser Etappe Probleme bereitet hatte: "Die ersten Tage unserer Reise haben wir ehrlich gesagt wenig Glück mit dem Wind gehabt. In unserer Verzweiflung hatten wir uns dann immer weiter nach Süden gewandt. Selbst die berüchtigten Furious Fifties haben uns gestern Morgen dann zunächst mit einer erneuten Flaute empfangen, die uns sogar genötigt hat, bei bestehender Dünung, die schlagenden Segel zu bergen und uns treiben zu lassen. Jetzt scheint der Schalter allerdings umgelegt, und endlich keimt in uns die Hoffnung, dass wir unsere Flüge von Ushuaia nach Hause doch nicht umbuchen müssen. Seit fast zwei Tagen haben wir beste Southern-Ocean-Bedingungen und machen endlich Strecke nach Osten."

Im Dienste der Wissenschaft

Neben der seglerischen Ausbildung hat die Southern Ocean Challenge auch noch einen wissenschaftlichen Zweck. Fünf meereswissenschaftliche Messbojen werden unterwegs in den Ozean abgelassen, die von der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration bereitgestellt wurden. Die erste dieser Bojen wurde bereits über Bord befördert, um 18 Monate lang ein globales Netzwerk mit Daten für Klimaforschung und Wetterprognosen zu speisen. Gemessen werden insbesondere Temperatur, Luftdruck und Strömung an der Schnittstelle Ozean-Atmosphäre. Solche Daten sind insbesondere im Southern Ocean durch den geringen Schiffsverkehr nicht ausreichend vorhanden.

Wetterbojen-Über-Bord-Manöver

Wetterbojen-Über-Bord-Manöver

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Lasse Johannsen am 12.02.2016

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