Rekordfahrt

Laura Dekker – die Unermüdliche

Sie ist seit kurzem jüngste Einhandweltumseglerin. Dafür musste sie weit mehr als Wind und Wellen bezwingen. Die Bilanz eines großen Törns

Pascal Schürmann am 15.02.2012

Am Ende hat es die gerade mal 16-jährige Niederländerin allen gezeigt. Ihre ärgsten Kritiker, all die Zweifler, Laura Dekker hat sie Lügen gestraft. Sie ist um die Welt gesegelt. Allein, wenn auch nicht nonstop, wie es vor gar nicht allzu langer Zeit der Australierin Jessica Watson fast gleichaltrig gelungen war.

Dekker ist in Etappen gereist. Von den Niederlanden zunächst noch in Begleitung ihres Vaters bis nach Portugal und weiter nach Gibraltar. Von dort aus dann solo auf der Barfußroute um die Welt, sprich über die Kanaren in die Karibik, durch den Panamakanal und die Südsee nach Australien, weiter über den Indischen Ozean nach Südafrika und von dort zurück in den Atlantik wieder in die Karibik.

Auf der Antilleninsel Sint Maarten schloss sich am 21. Januar diesen Jahres für Laura Dekker der Kreis. Ihr Vorhaben war geschafft, die Reise auf ganzer Länge ein Erfolg. Einziger Wermutstropfen: Ihr Rekord wird von niemandem anerkannt. Alle in Frage kommenden Instanzen halten das mit einer solchen Reise verbundene Risiko für zu groß. Eine Ehrung, so die Befürchtung, könne potenzielle Nachahmer ermutigen, es Dekker gleichzutun.

Dekker Ankunft

Laura Dekker bei der Ankunft auf Sint Maarten

Der Niederländerin ist das inzwischen längst gleichgültig. Sie hat ihren Kampf gekämpft, erfolgreich. Vor allem gegen die Schulbehörden, Jugendpsychologen und Gerichte ihrer Heimat, die sie allesamt von der Reise abhalten wollten. Zu jung, lautete damals die Begründung. Und viele fielen in die Kritik mit ein.

YACHT-Autorin Sabine Kowalczyk hatte Laura Dekker schon vor deren Reise kennengelernt und lange mit ihr geredet. Damals (YACHT 11/2010) schrieb sie ein beeindruckendes Porträt einer Teenagerin, die um so vieles vernünftiger, zielstrebiger wirkte als die meisten ihrer Altersgenossen. Nun, nach Abschluss der Rekordfahrt, zieht Kowalczyk noch einmal Bilanz.

In YACHT 5/2012 (ab sofort erhältlich) lässt sie die wichtigsten Stationen des Törns aufleben, versehen mit Kommentaren, Tagebuch- und Blogeinträgen der jungen Seglerin. Sie erinnert an den schwierigen Beginn, schildert das triumphale Ende, beschreibt aber auch das Auf und Ab dazwischen. Das Porträt zeigt eine Laura Dekker, die gewachsen ist, die reifer geworden ist, die vor allem aber sich selbst treu geblieben ist.

Pascal Schürmann am 15.02.2012

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